D-Mark-Noten Der fast vergessene Milliardenschatz

Versteckt in der Verkleidung eines Wohnwagens oder vergessen in Schubladen: Immer noch tauchen D-Mark-Scheine und Münzen auf. Bei der Bundesbank kann man sie in Euro tauschen. Manchmal verbergen sich dahinter echte Schätze.
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Anders als in vielen anderen Ländern der europäischen Währungsunion kann man die einstige deutsche Währung bis heute problemlos in Euro umtauschen. Quelle: dpa
Die D-Mark

Anders als in vielen anderen Ländern der europäischen Währungsunion kann man die einstige deutsche Währung bis heute problemlos in Euro umtauschen.

(Foto: dpa)

FrankfurtMancher Bundesbürger wünscht sich die D-Mark zurück, bei anderen landet die alte Währung im Kachelofen. Glück im Unglück hatte eine Frau, die ihr abgelaufenes Sparbuch im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten verbrennen wollte. Dabei fielen 700 D-Mark mit ins Feuer. Die Frau konnte den Schatz noch aus den Flammen retten – auch wenn die Scheine bereits teils verbrannt waren, wie die Bundesbank berichtet. Doch die Reste reichten, um den Gegenwert in Euro zu erstatten.

Knapp 16 Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes sind noch immer D-Mark-Scheine und Münzen im Milliardenwert nicht umgetauscht. Ende November 2017 waren nach Daten der Bundesbank Scheine und Münzen im Gesamtwert von 12,64 Milliarden D-Mark (rund 6,46 Milliarden Euro) im Umlauf. Davon entfielen rund 5,93 Milliarden Mark auf Scheine und 6,71 Milliarden auf Münzen.

„Scheine und Münzen im Wert von etwa 100 bis 150 Millionen D-Mark werden jährlich zurückgegeben. Es ist aber davon auszugehen, dass nicht die gesamten noch im Umlauf befindlichen D-Mark-Bestände umgetauscht werden“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. „Ein Teil der Münzen und Scheine dürfte verloren gegangen, vernichtet oder in Sammlerschatullen gelandet sein.“

Die alten Schätze tauchen häufig bei Haushaltsauflösungen oder Renovierungsarbeiten auf – versteckt in Schubladen, Büchern oder Einmachgläsern. Als eine Art „rollende Urlaubskasse“ diente ein Wohnwagen: Als das Gefährt verschrottet werden sollte, wurden hinter der Wandverkleidung 3.000 Mark gefunden.

Einen Teil der nicht umgetauschten Bestände vermutet die Notenbank im Ausland: „Die D-Mark war vor allem in Ost- und Südosteuropa als ein Mittel zur Wertaufbewahrung geschätzt“, schildert der für Zahlungsverkehr zuständige Bundesbank-Vorstand Thiele. Vor allem in Ländern mit hoher Inflation war die D-Mark als wertstabil beliebt.

Eine Hälfte vom D-Mark-Schein genügt
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