Das Angebot hinkt der rasant steigenden Nachfrage hinterher
Diamanten-Zeit lässt Preise steigen

Im Diamantenmarkt herrscht Hochstimmung. „Die endgültigen Zahlen für 2004 weisen eine Zuwachsrate von acht Prozent aus, was für eine Industrie mit einem Umsatz von 65 Mrd. Dollar enorm ist“ jubelt Gareth Penny, der im kommenden Jahr den Chefsessel beim traditionsreichen Diamantenkonzern De Beers übernehmen wird.

JOHANNESBURG. Die Südafrikaner, die rund 60 Prozent des weltweiten Handels mit Rohdiamanten kontrollieren, haben die Preise für die edlen Steine in diesem Jahr bereits zweimal erhöht und dennoch keinen Rückgang in der Nachfrage verzeichnet. Penny erwartet deshalb auch für 2005 eine Fortdauer des positiven Trends. Gegenwärtig bereitet sich die Branche auf die entscheidenden acht Wochen um Weihnachten vor, in denen traditionell die meisten Diamanten verkauft werden.

Dass seit einiger Zeit deutlich mehr Diamanten gekauft als gefördert werden, liegt an der gestiegenen Nachfrage vor allem in Wachstumsmärkten wie Indien und China. „Nach meiner Einschätzung kann in den nächsten Jahrzehnten kaum etwas das gute Gesamtbild trüben“ meint der Edelmetallexperte James Picton vom britischen Wertpapierhaus WH Ireland.

Kein Zweifel: De Beers neue Vermarktungskampagnen und sein Bemühen, auch andere Akteure in der Industrie zu stärkeren Werbeausgaben zu animieren, sind erfolgreich gewesen. „Die starke Nachfrage fußt fast ausschließlich auf der neuen Strategie der Südafrikaner“ sagt Picton. Allein im letzten Jahr investierten die Konzerne doppelt so viel wie 2001 in die Werbung für Diamanten. Der Gesamtetat belief sich auf mehr als 400 Mill. Dollar, wovon allein De Beers 250 Mill. Dollar beisteuerte.

Das größte Problem für die Industrie besteht darin, dass das Angebot der steigenden Nachfrage immer mehr hinterherhinkt, Der Kontrast zu den 90er Jahren könnte nicht größer sein: damals überstiegen die Vorräte von De Beers die Nachfrage zeitweise um 140 Prozent. Mittlerweile sind die einst gigantischen Vorräte des Diamantenriesen fast völlig abgebaut. Nun rächt sich auch, dass die Diamantenförderer in den 90ern kaum in neue Gruben investiert haben. Obendrein gehen viele Vorkommen zu Neige. „Wir verkaufen nun Diamanten, die erst vor drei Monaten aus der Erde geholt wurden“ sagt Penny, „das war früher nie der Fall.“

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