Das Ende des Geschäftsjahrs in Japan bedeutet noch kein Ende der Interventionen am Devisenmarkt
Analysten erwarten weiteren Yen-Anstieg

Der Countdown für die Währungsstrategen im japanischen Finanzministerium und in der Bank von Japan (BoJ) läuft. Morgen endet für die meisten Unternehmen in Japan das Geschäftsjahr.

TOKIO/DÜSSELDORF. Und bis dahin, so unterstellen Analysten, werde das Finanzministerium den Yen zum Dollar besonders heftig durch Interventionen schwächen, damit die Exporteure Nippons ihre Auslandsgewinne möglichst hoch in die Bilanz stellen könnten. Dabei gibt es „kein offizielles Ziel“, sagt Steven Saywell von der Citigroup, „aber wir sehen das sehr oft“.

Pünktlich zum Ende des Fiskaljahres erhielten auch die Spekulationen über ein generelles Ende der japanischen Devisenmarkt-Interventionen neue Nahrung. Finanzminister Sadakazu Tanigaki dementierte indes schnell: „Es ist spekulativ. Es gibt keine Veränderung in unserer Politik.“ Damit stellt sich die Frage, wie es nun weitergeht.

Bis zum Sommer erwarten die meisten Analysten eine weitere Stärkung des Yens zum Dollar. Ihre Prognosen: 100 bis 105 Yen je Dollar. Gestern war ein Dollar für 106 Yen zu haben, nachdem Anfang März noch bis zu 112 Yen hatten gezahlt werden müssen. Analysten erklärten das Yen-Zwischentief damit, dass die Notenbank erstmals wieder aktiv den Yen geschwächt habe. Zuvor seien eher bestimmte Niveaus verteidigt worden.

Citigroup-Experte Saywell sieht das Niveau von 105 Yen als kritisch an. „Unter 105 Yen haben viele Unternehmen Probleme“, sagte er. Seiner Ansicht nach wird sich die Interventionspolitik nicht ändern. Den Wechselkurs sieht er in drei Monaten bei 107 Yen je Dollar. Tomoko Fujii von Nikkocitigroup hält indes spätestens ab dem Sommer ein Abflauen der Interventionen für wahrscheinlich. Die Regierung werde zwar bestimmte Kurse verteidigen, die sie als kritisch für die Gewinne der Exportunternehmen und das Geschäftsklima ansehe. Doch mit anziehender Konjunktur und steigenden Unternehmensgewinnen werde schrittweise ein im Verhältnis zum Dollar stärkerer Yen zugelassen, heißt es in einer Studie.

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