Daten im Blick
Euro stabilisiert sich nach Kursverlusten

Der Euro hat sich stabilisiert, nachdem optimistische Äußerungen von US-Notenbankern zur Wirtschaftsentwicklung in den USA die Gemeinschaftswährung in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt hatten. Jetzt blicken Börsianer gespannt auf die neusten Daten zum Auftragseingang bei langlebigen Gütern.

HB FRANKFURT. Gegen Mittag notierte der Euro bei 1,2096 Dollar nach 1,2079 Dollar zum Vortagesschluss in New York. „Das ist wohl eine Gegenbewegung zu den jüngsten Verlusten“, kommentierte ein Devisenexperte die leichten Zugewinne des Euro. Zuletzt hatte sich eine Reihe von Vertretern der US-Notenbank (Fed) trotz wenig positiv aufgenommener Wirtschaftsdaten erneut optimistisch zur Konjunkturentwicklung geäußert. Dies hatte Befürchtungen im Markt gedämpft, dass sich die Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft wieder abschwächen könne, und zu Dollar-Käufen geführt.

„Mit den Gebrauchsgüteraufträgen wird das Fed-Szenario einer erneuten Prüfung unterzogen“, erklärte Richard Zellmann, Volkswirt bei der Helaba. Erwartet wird ein Anstieg der Aufträge im Juli um ein Prozent. „Allerdings muss man vorsichtig sein. Die Daten sind sicherlich wichtig, aber sie neigen zu starken Schwankungen“, sagte Thomas Amend, Devisenexperte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Ein Auftragsanstieg würde eine erhöhte Investitionsneigung in den USA signalisieren.

In der nächsten Zeit werden nach Einschätzung von Experten vor allem die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan am Freitag sowie der Arbeitsmarktbericht am 3. September den Märkten eine Richtung geben. „Wenn Greenspan von seinen optimistischen Äußerungen zur Wirtschaft abweicht, wird das sicher positiv für die Renten sein“, sagte Amend. Renten sind immer dann gesucht, wenn konjunkturelle Probleme Kursverluste im Aktienmarkt befürchten lassen.

Von den Greenspan-Äußerungen erwarten sich Anleger außerdem Ausschluss über das weitere Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. Die Fed hatte Anfang August den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent angehoben und mit optimistischen Aussagen zum Wirtschaftswachstum weitere geldpolitische Straffungen in kleinen Schritten bis Jahresende angedeutet.

Weiter im Blick der Märkte lag der Rohölpreis. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete am Morgen mit 45,51 Dollar 30 US-Cents mehr als am Vortag. Der Preis lag damit aber weiter deutlich unter den Rekordständen aus der Vorwoche von über 49 Dollar. Anlass für den Preisrückgang waren unter anderem Meldungen über die Wiederaufnahme der irakischen Ölexporte durch eine wichtige Pipeline. Ein hoher Ölpreis ist eine Belastung für die erhoffte weitere Erholung der Weltwirtschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%