Der Bild-Zeitungs-Indikator
Vorsicht, wenn alle über Gold reden!

Steigt der Goldpreis noch weiter oder stürzt er ab? Wer die Antwort wissen will, sollte sich die Medienberichte über Gold anschauen. Wann Sie vorsichtig werden sollten - eine exklusive Auswertung.
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FrankfurtSteigt der Goldpreis über 8.000 Dollar oder wird er kollabieren? Zwischen diesen Extremen schwanken die Prognosen derzeit. Wer wissen möchte, welche verlässlicher ist, der sollte die Medienberichte über Gold genauer anschauen. Wenn Zeitungen euphorische Berichte veröffentlichen, müssen Anleger vorsichtig werden. Dies belegt eine Handelsblatt-Auswertung. Und Investoren sollten eher mutig zugreifen, wenn die Perspektiven für Gold düster dargestellt werden.

„Das Medienverhalten spiegelt die Stimmung wider, daher ist es oft ein verlässlicher Kontraindikator“, warnt Ronald Stöferle, Goldanalyst bei der Ersten Bank in Wien, die Anleger. Nach dem Motto: Bei euphorischer Stimmung haben viele Anleger schon investiert, es können nur noch wenige kaufen, so dass es kaum Raum für weitere Preissteigerungen gibt – und umgekehrt.

Diese Aussage wird durch eine Handelsblatt-Auswertung von 13 Tageszeitungen und Magazinen seit 2007 gestützt. Gezählt wurden für jeden Monat die Beiträge, in denen die Begriffe „Gold“ und „Anleger“ vorkamen. Hohe Notierungen waren stets begleitet von neuen Rekorden bei der Anzahl der Beiträge. Die Aufmerksamkeit sinkt dagegen bei fallenden Preisen, nimmt aber bei starken Kursverlusten zu. „Wenn der Preis steigt, erregt das Aufmerksamkeit, es wird berichtet – das ist ganz normal“, sagt Robert Rethfeld, Inhaber der Analysefirma Wellenreiter Invest.

Es gebe sogar einen sich selbst verstärkenden Kreislauf, sagt Philip Klapwijk von der Edelmetallberatungsfirma GFMS. „Steigende Preise erzeugen mehr Berichterstattung; deshalb kaufen mehr Anleger Gold, der Preis steigt, es gibt mehr Artikel und so weiter.“

Ein vorläufiger Höhepunkt war der 6. September vergangenen Jahres, als eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold 1 920 Dollar kostete. Im September 2011 gab es 107 Beiträge zum Thema. Das war dem starken Preisanstieg in den Monaten zuvor zu verdanken. Die Medien überschlugen sich denn auch mit Berichterstattung: Insgesamt 213 Mal ging es im August 2011 um Gold und Anleger – so viele Beiträge gab es noch nie.

Noch stärkere Aussagen als eine Zählung der Berichte liefert laut Rethfeld der sogenannte Titelindikator. Wenn Massenmedien Gold zum Aufmacherthema küren, ist oft eine Wendemarke erreicht. Am 11. August vergangenen Jahres breitete die „Bild“-Zeitung auf ihrer ersten Seite Goldbarren aus. Sie verloste über 100 Barren zu je 20 Gramm. „Das ist völlig normal. Ähnliches haben wir auch bei Aktien oder dem Dollar als Titelthema in wichtigen Medien erlebt“, sagt Analyst Rethfeld.

„Herdenverhalten ist Teil des Mediensystems“, sagt Klapwijk. Das stimmte auch im vergangenen Herbst. Nach dem neuen Hoch beim Gold und der Anzahl der Medienberichte fielen die Notierungen über viele Monate. Schlusspunkt war der 16. Mai dieses Jahres mit einem Tief bei 1 527 Dollar.

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Kommentare zu " Der Bild-Zeitungs-Indikator: Vorsicht, wenn alle über Gold reden!"

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  • Vorsicht, Gold ist sch.....

    Kauft Anleihen aus Spanien und Italien, die bringen Zinsen und sind super sicher

  • Ob mit $, EUR oder Werbenamen bedruckt - Papier bleibt Papier auch wenn es Billionen Tonnen davon gibt.

  • Man sollte aber nicht nur Gold im Auge behalten, auch Silber wird seinen Weg gehen. Beim Silber sehe ich noch mehr Potential als beim Gold, da es dort auch eine industrielle Nachfrage gib. Über Jahrhunderte gab es ein Gold-Silber Verhältnis von 1:20 im Moment pendelt es zwischen 1:40 und 1:45 (war auch mal bei 1:60) da ist noch jede Menge Luft nach oben drin. Auf jeden Fall ist aber wichtig das Zeug (egal nun ob Gold oder Silber) physikalisch in Münzen oder Barren zu haben und nicht in irgendwelchen Zertifikaten, den die sind im Zweifel auch nur Papier.

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