Deutsche Wirtschaftsexperten warnen vor den Folgen höher Ölpreise
Leichte Entspannung auf dem Ölmarkt

Der Anschlag auf eine Pipeline am Freitag hatte weltweit die Ölpreise auf neue Rekordstände zwischen 46 Dollar in Europa und mehr als 49 Dollar in den USA getrieben. Doch mittlerweile hat sich die Lage entspannt.

HB DÜSSELDORF. Leichtes US-Rohöl kostete am Montagmorgen 47,05 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit etwas mehr als zum Freitagsschluss, aber deutlich weniger als bei den Rekordständen von mehr als 49 Dollar vor kurzem. Diesen Preisrückgang führten Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück.

Wichtigster Grund für die leichte Entspannung: Im Irak ist nach zweiwöchiger Unterbrechung die größte Öl-Pipeline im Süden des Landes wieder in Betrieb genommen worden, wie aus Kreisen des Betreibers verlautete. Zum Schutz der Anlage seien irakische Nationalgardisten stationiert worden, verlautete am Montag aus dem Umfeld der South Oil Company. Durch die Pipeline können täglich etwa 1,5 Mill. Barrel Öl (ein Barrel = 159 Liter) zu den Verladeanlagen am Golf fließen. Sie war nach Sabotage bis auf kurze Ausnahmen seit dem 9. August geschlossen gewesen. Im Irak haben Rebellen in den vergangenen Monaten zahlreiche Anschläge auf Öl-Anlagen verübt.

Der Chefökonom der Weltbank, Francois Bourguignon, geht von einer mittelfristigen Normalisierung der Ölpreise aus. Bourguignon sagte am Wochenende in einem Zeitungsinterview, der Ölpreis werde sich in den nächsten Monaten wieder bei 30 Dollar einpendeln. In einem Interview mit der spanischen Wirtschaftszeitung „Cinco Dias“ (Samstagsausgabe) sagte Bourguignon, er rechne aufgrund der Marktkräfte “schon in wenigen Monaten“ mit einem „ausgeglichenen Ölpreis“. Darunter verstehe er etwa 30 Dollar je Barrel. Als Beispiel nannte er die verstärkte Förderung aus bislang unrentablen Ölquellen. Mit dem steigenden Angebot würden die Preise wieder gedrückt. Sobald sich die Lage vor allem in Russland und Venezuela entspannt habe, würden die Preise nachgeben, sagte Bourguignon. Sollten die Preise auch in den kommenden Jahren auf dem derzeitigen verharren, würde dies das Weltwirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozent drücken, sagte Bourguignon. „Ich glaube aber nicht, dass das der Fall sein wird“, fügte er hinzu.

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