Devisen
Aktienmärkte treiben den Euro an

Der Euro hat sich am Dienstag im Zuge der Erholung an den Aktienmärkten etwas von den seit vergangenem Freitag verzeichneten kräftigen Kursverlusten erholt.

HB FRANKFURT.Der Euro hat am Dienstag seine Vortagesverluste zum US-Dollar wettgemacht und ist deutlich über 1,27 Dollar geklettert. Schub für die Gemeinschaftswährung brachten Hoffnungen zur Entwicklung der Weltkonjunktur angesichts neuer Stützungspläne der Notenbanken. Anleger, die ihr Geld aus Sicherheitsbewusstsein in US-Dollar umgeschichtet hatten, verließen die Deckung zugunsten von Euro-Investments.

„Der Risikoappetit ist wieder etwas gewachsen, und dies belastet Dollar und Yen“, erklärte Devisenstratege Alan Ruskin von RBS Greenwich Capital Markets. Zudem belastete ein Aussage von Notenbankchef Ben Bernanke, wonach die US-Wirtschaft weiter mit beträchtlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Zum Greenback legte der Euro 1,2 Prozent zu auf 1,2766 Dollar. Zum Schweizer Franken zog er 0,7 Prozent an auf 1,5309 Franken. Gegenüber dem Yen notierte der Euro mit 119,09 Yen 1,3 Prozent fester.

„Die etwas festeren Börsen stützen den Euro“, sagte Devisenexperte Volker Weber vom Bankhaus M.M. Warburg & Co. Darüber hinaus bestimmten aber weiterhin Zinssenkungsspekulationen das Geschehen. Der Euro bewege sich insgesamt aber immer noch in seinem bereits seit längerer Zeit gültigem Band. Im Euro-Dollar-Geschäft sei nach wie vor kein Eigenleben festzustellen, sagte Weber. Die am Markt kursierenden Spekulationen auf sehr kräftige Zinssenkungen in Großbritannien und in der Eurozone hält Weber unterdessen für übertrieben.

„Die EZB ist immer vorsichtig vorgegangen“, sagte Weber. Diesen Kurs werde sie nun nicht verlassen. Wegen der Wirtschaftskrise wird die EZB den Leitzins für den Euroraum aber weiter massiv senken. Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet hatte in den vergangenen Wochen bereits eine Zinssenkung für die Ratssitzung an diesem Donnerstag in Aussicht gestellt. Es wäre die dritte Zinssenkung in Folge. Ökonomen rechnen mindestens mit einer Senkung um 0,50 Prozentpunkte auf dann 2,75 Prozent. Die Bank of England dürfte den Leitzins aus Sicht von Weber hingegen doppelt so stark um einen ganzen Punkt auf dann 2,00 Prozent senken.

Im Auftrieb befand sich gestern auch der australische Dollar. Er gewann 0,8 Prozent auf 64 US-Cent, nachdem die australische Notenbank ihren Leitzins um einen Prozentpunkt gesenkt hat. Der Kursanstieg zeigt, dass Zinssenkungen derzeit als Kaufsignal für Währungen wahrgenommen werden, wenn sich Marktteilnehmer dadurch eine Konjunkturbelebung in einem Währungsraum erhoffen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84695 (0,84155) britische Pfund, 118,56 (118,42) japanische Yen und auf 1,5311 (1,5262) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 780,00 (778,00) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 19 770 (20 120) Euro.

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