Devisen
Angst vor dem Dollar-Absturz

Nach dem dramatischen Eingriff der US-Notenbank Fed in die Finanzmärkte hat der Dollar weiter an Vertrauen verloren. Gegenüber Euro und Yen sackte der Greenback auf historische Tiefstände. Es könnte aber noch schlimmer kommen. In Deutschland sind Tausende Jobs in Gefahr.

HB FRANKFURT. Am Dienstag ist der Euro zwar unter seinem Rekordwert zum Dollar geblieben. Nach Einschätzung von Händlern aber bleibt der Dollar anfällig für neue Turbulenzen an den Finanzmärkten. „Die schlechten Neuigkeiten für den US-Dollar reißen einfach nicht ab. Die Fundamentaldaten sind erschreckend schlecht und das Risiko einer länger anhaltenden Rezession sowie einer Systemkrise lässt sich auch nach der Rettungsaktion einer US-Investmentbank nicht wegdiskutieren“, kommentierten die Analysten der Commerzbank. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den Quartalszahlen der US-Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers im Laufe des Tages werden die Investoren Börsianern zufolge eher abwarten.

Der Euro kostete am Vormittag 1,5754 Dollar nach 1,5727 Dollar im späten US-Handel. Die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank und die Verschärfung der Finanzkrise hatten am Montag die Flucht der Anleger aus dem Dollar verstärkt. Der Euro war zeitweise auf ein Rekordhoch von 1,5904 Dollar geklettert.

Sollte die Fed die Leitzinsen senken, erwarten Devisenhändler weitere Kursverluste des Dollars. Um die US-Währung zu stützen, wird eine konzertierte Intervention der Zentralbanken nicht mehr ausgeschlossen.

Für die Euro-Zone hätte ein weiter schwächelnder Dollar katastrophale Folgen. „Die neuen Rekordstände beim Euro entwickeln sich zu einer Belastung für die deutsche Konjunktur“, sagte BDI Präsident Jürgen Thuman der Berliner Zeitung. Noch seien die Auftragsbücher zwar gut gefüllt, doch die Exportdynamik werde sich in diesem Jahr abschwächen. „Es ist die Gemengelage von Dollarschwäche, steigenden Ölpreisen, nachlassender US-Konjunktur und Finanzkrise, die den Firmen zunehmend zu schaffen macht“, sagte Thumann.

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