Devisen
Anleger setzen auf den Yen

Anleger am Devisenmarkt haben am Mittwoch auf Nummer sicher gesetzt und den japanischen Yen gekauft. Die Risikofreude der Investoren wurde gedämpft von erneuten Kursverlusten an den Aktienmärkten, die von Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Finanzsektor ausgelöst wurde.

HB FRANKFURT. "Es ist ein Raus-aus-dem-Risiko-Markt", sagte Währungsstratege Matthew Strauss von RBC Capital Markets. "Der Markt ist zum Monatsende ein wenig vorsichtig bezüglich der Wachstumsperspektiven der Weltwirtschaft." Auch die Analysten der US-Großbank Goldman Sachs zeigten sich vorsichtiger und senkten ihre Prognose für das Wachstum des Brutto-Inlandsprodukt in den USA im dritten Quartal auf 2,7 von 3,0 Prozent.

Anleger reagieren auf steigende Unsicherheit häufig mit Yen-Käufen. Sie wickeln dabei risikoreiche Geschäfte ab, bei denen sie sich wegen des niedrigen japanischen Leitzinzes in Yen verschuldeten und das Geld in höher verzinsten Währungen wie dem Euro anlegten. Zudem gilt der niedrige japanische Leitzins als Ausdruck eines geringen Risikos.

Die japanische Währung legte gegenüber dem Euro auf bis zu 134,37 Yen zu. Auch gegenüber dem Dollar gab die Gemeinschaftswährung weiter nach. Für einen Euro wurden am Nachmittag 1,4778 nach 1,4810 Dollar am Dienstagabend gezahlt.

Zur Skepsis der Anleger trugen Händlern zufolge auch schwache Daten vom US-Immobilienmarkt bei. In den USA war im September der Absatz neuer Eigenheime überraschend um 3,6 Prozent gefallen. "Trotz der aktuell enttäuschenden Zahlen ist auch bei den Neubauverkäufen der Tiefpunkt durchschritten", erklärte Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer.

Die Norwegische Krone profitierte Händlern zufolge von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in dem skandinavischen Land. Der Euro gab auf 8,3875 Kronen nach. Die norwegische Zentralbank hatte am Mittwoch als erste kontinentaleuropäische Notenbank die Zinsen nach der schwersten Rezession seit Jahrzehnten wieder erhöht. Der Leitzins in dem ölreichen Land stieg auf 1,50 von 1,25 Prozent.

Dagegen erwarten von Reuters befragte Volkswirte von der Europäischen Zentralbank type="unknownISIN" value="EZB">(EZB) zunächst keine Zinsanhebung. Keiner der 78 Ökonomen, die an der Befragung teilnahmen, erwartet, dass der Rat der Frankfurter Notenbank kommende Woche an der Zinsschraube drehen wird.

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