Devisen
Anleger trennen sich von Euro-Positionen

Die Enttäuschung über den Ausgang des EU-Gipfels hat den Euro auch zu Wochenbeginn belastet. Die Gemeinschaftswährung fiel auf ein Rekordtief zum Schweizer Franken und nähert sich im Vergleich zur US-Währung wieder der Marke von 1,30 Dollar.
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HB FRANKFURT. Anleger am Renten- und Devisenmarkt sind zu Beginn der Weihnachtswoche auf Nummer sicher gegangen und haben ihr Geld in Schweizer Franken und deutschen Bundesanleihen angelegt. Auslöser waren Händlern zufolge die weiterschwelende europäische Staatsschuldenkrise und politisch-militärische Spannungen zwischen Nord- und Südkorea.

Für einen Euro wurden mit 1,2674 Franken zeitweilig so wenig wie noch nie zuvor gezahlt. „Solange die Unsicherheit anhält, wird der Schweizer Franken weiter als sicherer Hafen gefragt sein“, sagte ein Händler. „Es hält derzeit auch niemand gegen die Aufwertung, auch von der Schweizer Nationalbank war zuletzt nichts in diese Richtung zu vernehmen.“

Das Rekordhoch markierte die Schweizer Währung im frühen Geschäft, als die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wegen eines Militärmanövers des Südens stiegen. „Als sich die Lage wieder beruhigte, atmete man auch den Märkten wieder durch und der Franken stieg nicht weiter an“, sagte ein Händler. Nordkorea äußerte sich in einer ersten Reaktion nach der Militärübung des Südens ungewöhnlich zurückhaltend.

Die europäische Gemeinschaftswährung fiel im Vergleich zum US-Handelsschluss am Freitag um gut einen halben US-Cent auf 1,3111 Dollar. Analysten zufolge herrschte am Markt noch immer Enttäuschung darüber, dass die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel vergangenen Freitag keine schärferen Maßnahmen gegen die Schuldenkrise ergriffen.

„Das Überleben des Euro hängt in erster Linie davon ab, ob die Europäer bereit sind, ein Lenkungssystem einzuführen, das versicherungsähnliche Solidarität und gegenseitige Aufsicht garantiert“, hieß es in einem Marktkommentar von Axa Investment Managers. Für Unruhe am Markt sorgten laut Händlern unter anderem Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie hatte einen irische Gesetzentwurf zur Bankenrettung kritisiert.

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