Devisen belasten Aktien
Euro erreicht Rekordhoch in Fernost

Am Donnerstag hat die Gemeinschaftswährung im fernöstlichen Devisenhandel ein Rekordhoch erreicht. Die Dollar-Schwäche belastete die Kurse an den asiatischen Börsen.

HB TOKIO. Der Euro notierte im Handelsverlauf bei 1,3065 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung bereits am Vorabend in New York mit rund 1,3045 Dollar einen Höchststand markiert hatte. Ein Dollar kostete mit 103,95 Yen so wenig wie zuletzt vor sieben Monaten.

Die Schwäche der US-Währung belastete vor allem die Papiere exportorientierter Unternehmen. Aktien der Autobranche kehrten in Tokio wegen der Sorgen um einen weiter steigenden Yen eine positive Marktstimmung um und zogen den Gesamtmarkt ins Minus. Für die asiatischen Exporteure bedeutet die Dollarschwäche ebenso wie für ihre europäischen Konkurrenten, dass sich ihre Ausfuhren in den Dollarraum reduzieren könnten, da sich für dortige Verbraucher importierte Produkte verteuern. Der Goldpreis erreichte mit 445 Dollar den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei Index gab 0,4 Prozent auf 11.082 Punkte nach. Der breiter gefasste TOPIX Index verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 1110 Punkte. Die Börse in Südkorea büßte 1,1 Prozent ein, die in Singapur 0,6 Prozent. In Hongkong lag der Hang Seng Index dagegen 0,1 Prozent im Plus. Vor dem Treffen der G-20 am Wochenende in Berlin schwanden unterdessen die Erwartungen, dass politisch der Schwäche des Dollar gegengesteuert wird. Am Devisenmarkt folgerten Händler daraus, dass die Dollar-Schwäche toleriert werden wird. Diese Einschätzung unterstützten auch Äußerungen von US-Finanzminister John Snow, der die Möglichkeit einer gemeinsamen Erklärung der G-20 zu den Wechselkursentwicklungen herunter zu spielen schien.

„Die Möglichkeit, dass es Bewegungen geben wird, um die Dollarschwäche zu korrigieren, also die Möglichkeit einer Intervention haben abgenommen“, sagte Analyst Kikuko Takeda von der Bank of Tokyo-Mitsubishi. Auch die Rentenmärkte in Fernost litten unter der Dollarschwäche. „Theoretisch ist ein fallender Dollar gut für den Rentenmarkt“, sagte Anleihenstratege Tony Crescenzi von Miller, Tabak & Co. „Aber die Dollar-Schwäche zum Yen treibt Spekulationen an, dass die Bank von Japan intervenieren könnte.“ Mit einer Intervention würde sich der Dollarbestand der japanischen Notenbank erhöhen. Analysten erwarten, dass diese Dollarbestände vornehmlich in Staatsanleihen angelegt werden.

Der Handel in Tokio war angesichts optimistischer Erwartungen für die Konjunktur zunächst freundlich gestartet, dann aber zunehmend wegen der Kursentwicklungen an den Devisenmärkten nach unten gesackt. Von den Wirtschaftserwartungen profitierten vor allem die Anteilsscheine von Banken. Doch selbst diese rutschten im Handelsverlauf ins Minus. So verbilligten sich die Titel von Japans größter Bank Mizuho Financial Group um 0,2 Prozent auf 448.000 Yen.

Allerdings wogen Kursabschläge bei den Aktien von Exporteuren schwerer. Die Papiere von Honda Motor büßten 1,9 Prozent auf 5100 Yen ein. Die Titel von Toyota Motor verloren 1,7 Prozent auf 4030 Yen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%