Devisen
China belastet den Eurokurs

Die Zinserhöhung in China hat Anleger am Dienstag in den US-Dollar getrieben. Investoren rechneten nach der überraschenden Ankündigung der Zentralbank damit, dass das Wachstum in China durch teurere Kredite einen Dämpfer erhalten wird. „Die Investoren trennen sich vor allem von den als riskanter eingestuften Währungen und retten sich in den Dollar“, sagte ein Händler.
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HB FRANKFURT. Der Euro fiel um mehr als ein Prozent bis auf 1,3792 US-Dollar. „Das läutet aber keine Trendwende ein, die Investoren werden Kursrücksetzer nutzen, um wieder in die anderen Währungen einzusteigen“, sagte Kit Chucks, Währungsstratege bei Societe Generale.

Währungen rohstoffabhängiger Länder wie Australien mussten besonders Federn lassen: der australische Dollar fiel auf 0,9729 US-Dollar von zuvor 0,9885 US-Dollar. Australien erwirtschaftet einen großen Teil seines Bruttoinlandsproduktes mit Rohstoffausfuhren - China benötigt große Mengen an Rohstoffen für seine Wirtschaft.

Der US-Dollar-Index, der die Wechselkurse zu sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 1,3 Prozent. Die Erwartung einer weiteren Lockerung der US-Geldpolitik - im Börsenjargon „Quantitative Easing (QE) 2.0“ genannt - hatte die US-Währung in den vergangenen fünf Wochen massiv belastet. Führende Fed-Banker sprachen sich am Dienstag erneut für weitere Konjunkturspritzen in den USA aus. Ein weiteres Ankaufprogramm müsse eine ausreichende Größe haben, sagte der Chef der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart. Er sprach von Käufen im Volumen von 100 Milliarden Dollar pro Monat. Experten rechnen damit, dass die US-Notenbank den Geldhahn bei ihrer Sitzung Anfang November weiter aufdreht.

Deutsche Staatsanleihen waren trotz der Risikoscheu der Anleger nicht so gefragt wie erwartet. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, verlor 23 Ticks auf 130,25 Punkte. Dafür sorgten Händlern zufolge vor allem positiv aufgefasste Konjunkturdaten. So fiel der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen nicht so schlecht aus wie gedacht. „Dass die aktuelle Lageeinschätzung so stark ist, hat mich überrascht. Das ist ein fantastisches Resultat für die deutsche Wirtschaft“, sagte DZ-Bank-Analyst Glenn Marci. Auch die US-Wohnbaubeginne stiegen im September unerwartet deutlich an.

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