Devisen
Deflationsängste belasten Euro

Am Donnerstag tagt der EZB-Rat und es gehen Gerüchte, die Geldpolitik würde weiter gelockert. Das setzt den Euro unter Druck. Denn die abgeschwächte Inflation in der Euro-Zone schürt Ängste.
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FrankfurtDer Euro ist zum Wochenbeginn unter Druck geblieben. Hintergrund sind Spekulationen, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag eine weitere geldpolitische Lockerung beschließen könnte. Denn die abgeschwächte Inflation in der Euro-Zone schürt Deflationsängste.

Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3477 Dollar zeitweise so niedrig wie seit Ende November nicht mehr. Ausgelöst wurden die Spekulationen am Freitag durch einen überraschend schwachen Preisanstieg in der Euro-Zone. Waren und Dienstleistungen hatten sich im Januar nur noch um 0,7 Prozent zum Vorjahr verteuert. Damit ist die Inflationsrate wieder auf das Niveau gefallen, das die Europäische Zentralbank im November zu einer Zinssenkung auf das Rekordtief von 0,25 Prozent bewogen hatte. „Wir glauben, dass die Inflation in der Euro-Zone im nächsten Monat auf 0,6 Prozent zurückgehen und im März unter einem Prozent bleiben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung am Donnerstag wächst“, sagte Shin Kadota, Chef-Stratege bei Barclays.

Die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern treibt gleichzeitig Anleger in den sicheren Hafen Yen. Der Dollar fiel am Montag auf 101,68 Yen zurück, den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember. Investoren fürchten angesichts der jüngsten Währungsturbulenzen in den Emerging Markets eine tiefgreifende Krise in der Region, die auch die Weltwirtschaft nicht unberührt lassen würde. Sie trennen sich daher von risikoreicheren Positionen wie Dollar oder Aktien. „Die Krise in den Schwellenländern kam für viele Investoren überraschend“, sagte David Thebault von Global Equities. Und die Unsicherheit dürfte noch eine Weile anhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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