Devisen
Dem Euro geht die Puste aus

Der Euro ist am Nachmittag deutlich zurückgefallen und notierte mit 1,5712 US-Dollar wieder deutlich unter der Marke von 1,58 US-Dollar. Das Tageshoch hatte immerhin bei 1,5957 Dollar gelegen.

HB FRANKFURT. Der Quartalsbericht der Citigroup hat dem Dollar am Freitag Auftrieb gegeben. „Jeder hatte schlechte Zahlen erwartet, aber letztlich waren sie nicht so schlimm“, sagte ein Händler. Für einen Dollar mussten bis zu 104,43 Yen gezahlt werden, soviel wie seit über sieben Wochen nicht mehr. Auch zum Euro konnte der Greenback Boden gutmachen: Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,5712 Dollar, nachdem sie am Morgen noch mit rund 1,5950 Dollar gehandelt worden war.

Die Citigroup hatte im ersten Quartal wegen weiterer hoher Abschreibungen auf Hypothekenkredite einen Verlust von 5,1 Mrd. Dollar verbucht. Dennoch reagierten die Anleger erleichtert, dass die Finanzkrise keine größeren Löcher in die Bilanz der größten US-Bank riss. Zudem sei nach dem heftigen Anstieg des Euro, der im Lauf der Woche zeitweise auf ein Rekordhoch von 1,5983 Dollar gestiegen war, eine Verschnaufpause nur natürlich, sagte ein Händler. Charttechnische Faktoren hätten die Abwärtsbewegung dann verstärkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs für Freitag mit 1,5780 (1,5872) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) fiel der Euro auf 1,5844 (1,5924) Dollar.

Selbst Aussagen von Bundesbankchef Axel Weber, der wegen der anhaltend starken Teuerung in der Eurozone eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht ausschloss, stützten den Euro nicht. „Wenn man nur die jüngsten Inflationsdaten in Betracht zieht, dann müsste die EZB die Zinsen erhöhen“, sagte Devisen-Analystin Dorothea Huttanus von der DZ Bank. „Aber das aktuelle Finanzmarktumfeld lässt eine Erhöhung derzeit nicht zu. Und nur weil Axel Weber sich für eine Zinserhöhung ausspricht, sollte dies noch lange nicht als Mehrheit im EZB-Rat interpretiert werden. Der Markt hat die Aussagen auch nicht als Anzeichen für eine baldige Zinserhöhung gewertet.“

Das Wirtschaftsmagazin „Euro“ hatte Weber in einem am Freitag vorab verbreiteten Interview damit zitiert, dass das Umfeld angesichts der Inflationsdaten für eine stabilitätsorientierte Zentralbank sehr beunruhigend sei. „Sollte es zu zusätzlichen Preisrisiken oder Zweitrundeneffekten kommen, müssen wir entschlossen gegensteuern“, sagte Weber laut Bericht. Die EZB sieht stabile Preise mittelfristig nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Am Rentenmarkt gaben die Notierungen nach: Der Bund-Future notierte bei 114,11 Punkten 37 Ticks im Minus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 4,115 Prozent. Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen wurde mit 4,15 Prozent festgeschrieben. Der Rex-Rentenindex fiel um 0,45 Prozent auf 118,0482 Prozent.

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