Devisen
Der „Aussie“ steht auf solidem Fundament

Der australische Dollar ist auf dem Weg nach oben, und nichts scheint ihn bremsen zu können. Das ist die Meinung der meisten Devisenexperten auf dem Kontinent. Die Erholung der Währung in den letzten Monaten ist spektakulär.

SYDNEYDer australische Dollar ist auf dem Weg nach oben, und nichts scheint ihn bremsen zu können. Das ist die Meinung der meisten Devisenexperten auf dem Kontinent. Die Erholung der Währung in den letzten Monaten ist spektakulär. Von einem Tief von 60,58 US-Cent im Oktober 2008 kletterte der australische Dollar um 44,7 Prozent auf 87,96 US-Cent Ende letzter Woche. In jüngster Zeit hat er zwar leicht nachgelassen, trotzdem ist der Trend unbestritten. Der "Aussie" könnte noch in diesem Jahr bei 91 US-Cent gehandelt werden, glauben einige Kommentatoren.

Symptome der Erholung

Die Gründe für den Optimismus liegen im Ausland. Symptome der konjunkturellen Erholung in den Vereinigten Staaten werden als Signal für einen steigenden Bedarf an australischen Rohstoffen in China gewertet. China ist seit ein paar Monaten Australiens wichtigster Handelspartner und ein bedeutender Rohstoffkunde. Selbst das notorisch vorsichtige australische Rohstoffforschungsinstitut Abare geht davon aus, dass der Bedarf an Stahl und an Basisprodukten wie Eisenerz und Kohle im Jahr 2010 wieder deutlich zunehmen wird. Auf solche Prognosen reagiert der australische Dollar meist sofort und positiv.

Beeindruckend stabil

Die Situation der australischen Wirtschaft ist laut Experten der zweite Grund für die zunehmende Beliebtheit der Währung. Allen Befürchtungen zum Trotz ist Australien während der globalen Finanzkrise nicht in eine Rezession gerutscht. Die meisten Analysten sind überzeugt, dass ein frühzeitig eingesetztes, massives Stimulationsprojekt der sozialdemokratischen Regierung von Premierminister Kevin Rudd die Konjunktur über Wasser gehalten hat. Der Binnenmarkt blieb stabil. Das hat den Nachfragerückgang in den Exportmärkten ausgeglichen.

Hoher Zinssatz

Doch es ist wohl der vergleichsweise hohe Kassasatz am Geldmarkt von drei Prozent, der derzeit viele Investoren in den australischen Dollar lockt. Für die Australier, die in den achtziger Jahren mit Zinsen von über 20 Prozent zu kämpfen hatten, ist der tiefste Satz in 49 Jahren ein Segen. Doch wahrscheinlich nicht mehr lange. Schon im November könnte die Notenbank den Satz erhöhen - wegen wachsender Inflationsgefahr, wie Auguren meinen.

Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent
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