Devisen
Der Euro fällt wieder ein Stück zurück

Der Euro ist am Dienstag nach schwachen Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum gegenüber dem Dollar um 1,3 Prozent auf 1,5584 Dollar gefallen. Damit verlor er so deutlich wie seit fast zwei Wochen nicht. In Deutschland waren die Einzelhandelumsätze im Februar überraschend gesunken, weil die gestiegene Inflation die Konsumkraft beeinträchtigte.

HB FRANKFURT. Zudem gab der Einkaufsmanagerindex der Royal Bank of Scotland für die Industrie im Euro-Raum nach. Der Indikator attestiert zwar weiterhin ein Wachstum, doch die Dynamik hat nachgelassen. Auch die Abschreibungen der Deutschen Bank belasteten den Euro.

Die Nachrichten seien nicht nur in den USA sondern auch in anderen Ländern schlecht, sagte Adam Cole, Leiter Devisenstrategie bei Royal Bank of Canada: „Der Bärenmarkt des Dollars ist in der Endphase, die US-Währung wird sich deutlich erholen.“ Seiner Ansicht nach wird der Euro bis Ende Juni auf 1,50 Dollar zurückgehen. Von Bloomberg befragte Analysten gehen im Median davon aus, dass der Euro am Ende des zweiten Quartals bei 1,55 Dollar und damit nur leicht unter dem aktuellen Stand notieren wird.

Von Januar bis Ende März hat der Dollar zum Euro das schwächste Quartal seit fast vier Jahren verzeichnet. Auf Grund der bisherigen Dollarschwäche wollten die Vereinigten Arabischen Emirate die Koppelung der Landeswährung Dirham an den Dollar prüfen, sagte Ministerpräsident Scheich Mohammed Bin Raschid al Maktoum.

Zum Yen legte der Euro 0,6 Prozent auf 158,29 Yen je Euro zu. Zum einen wurde die japanische Währung durch den Tankan-Konjunkturbericht der Notenbank belastet, dem zufolge das Geschäftsvertrauen auf ein Vierjahrestief gefallen ist. Die Bank of America rechnet mit einer Senkung des Leitzinses, der aktuell 0,5 Prozent beträgt. Zum anderen lasteten auf den Yen Mittelabflüsse durch so genannte Carry-Trades, bei denen Anleger Kredite in Niedrigzinsländern wie Japan aufnehmen und die Mittel in höher verzinslichen Währungen investieren.

Der ungarische Forint holte gestern den Verlust vom Vortag weitgehend wieder auf und wurde zum Euro bei 257,44 Forint 1,2 Prozent höher gehandelt. Ungarn hat 2007 das Haushaltsdefizit auf 5,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verringern können, von 9,2 Prozent im Vorjahr. Die Regierung will den Fehlbetrag im nächsten Jahr auf drei Prozent zu drücken, eine der Anforderungen für die Euro-Einführung. Am Vortag hatten angesichts der derzeitigen Regierungskrise Bedenken zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes den Forint belastet.

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