Devisen
Der Euro fällt

Nach starken Zahlen vom US-Arbeitsmarkt ist der Euro gefallen. Um den Mittag war sogar ein fast schon historischer Tiefstand erreicht. In den USA wurden im Februar deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet.
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FrankfurtDer Eurokurs ist am Freitag nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht unter die Marke von 1,09 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte am späten Nachmittag mit 1,0861 Dollar den tiefsten Stand seit über elf Jahren. Im frühen Handel hatte der Euro noch über der Marke von 1,10 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,0963 (Donnerstag: 1,1069) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9122 (0,9034) Euro.

In den USA wurden im Februar deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 295 000 neue Stellen hinzu, während Volkswirte lediglich einen Zuwachs von 235 000 erwartet hatten. Zudem fiel die Arbeitslosenquote mit 5,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fast sieben Jahren. „Insgesamt dürften die Erwartungen an eine baldige Zinswende in den USA mit den soliden Zahlen gestützt werden“, kommentierte Analystin Viola Julien von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Zahlen. Die US-Notenbank berücksichtigt bei ihrer Geldpolitik besonders den Arbeitsmarkt.

Während die US-Notenbank nach Einschätzung der meisten Experten auf die erste Leitzinsanhebung im Sommer zusteuert, wird die EZB am Montag ihre milliardenschweren Aufkäufe von Staatsanleihen beginnen. Die in unterschiedliche Richtungen gehende Geldpolitik in den USA und der Eurozone dürfte den Euro in den kommenden Wochen weiter unter Druck bringen, erwarten Experten vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Zusätzlich laste auch das Thema Griechenland auf dem Kurs. Griechenland steht schneller als erwartet vor akuten Zahlungsproblemen. Auf die Auszahlung von Rettungshilfen der Europartner muss das klamme Land aber weiter warten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,72200 (0,72510) britische Pfund, 131,48 (133,10) japanische Yen und 1,0700 (1,0697) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1175,75 (1202,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34 490,00 (34 350,00) Euro.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Devisen: Der Euro fällt"

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  • So macht es sich bemerkbar, wenn eine stabile Währung wie die DM so opportunistisch von unseren Politikern aufgegeben wird. Eine an die Unzulänglichkeiten der EU-Nationalitäten gebundene stabile Währung wird wissentlich gegen die Wand gefahren und den Wählern wird eingeredet, daß dies alternativlos ist. Die Stümper in EU-Führung, EZB und unserer "Führung" lassen es zu, daß ERARBEITETE Ersparnisse der Bevölkerung für die Altersversorgung sich in Luft auflösen, nur um ein System zu retten, das nicht arbeitende Bevölkerungsanteile über die Maßen bevorteilt. So etwas wird, wenn auch mit minderem Bewußtsein, wo möglich, gewählt. Wo man hinschaut, äußerst fragwürdige Entscheidungen, die nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern offensichtlich volksschädigend sind. Der Irrsinn ist allgegenwärtig und jeder wird sich mit großen Augen fragen, ich hab doch mal Ersparnisse gehabt. Der EURO wird jetzt seinem inneren Wert entsprechend stärker einbrechen und importierte Waren, wie Rohstoffe, Energie, etc. die restlichen Ersparnisse auffressen. Die Staatskrake holt sich über Steuern und Abgaben den Rest. Viel Vergnügen für die nächste Zeit.

  • Der Oekonom Krugman sagt Wohlstandsverluste als Folge einer fallenden Waehrung voraus. Es sollte klar sein, dies sind <Einmaleffekte>. Man brennt ein Feuerwerk ab - und dann ist das Pulver verschossen.

    Seit wann ist es Sache eines Notenbankers, Gott zu spielen und die Zinsen festsetzen zu wollen, die Maerkte fordern? Euroland ist nun einmal sehr unterschiedlich. Irland ./. Griechenland beim "Wachstum" usw. One-size-fits-all passt auch bei Hemden nicht.

    Jeder Exzess hat seinen Preis. Laufend Suessigkeiten essen? => Diabetes und Fettleibigkeit. Sich besaufen => Gehirnzellen sterben ab und man ist oft verkatert. Man ueberfrisst sich und bekommt Magenschmerzen.

    Es ist an der Zeit, mal zu ueberdenken, welche UNKOSTEN Draghi den Steuerzahlern bereiten.

    Unabhaengig soll die EZB sein? Mmm, mir scheint, sie dient gewissen Eliten. Cui bono, wer profitiert?

    Gesetzte, Gerichte und Politiker haben wohl alle schon nichts mehr zu melden. Wie auch die Bundesbank als 27% "Eigentuemerin" mit derselben Stimme wie Malta.

    Grandios gemacht!!! Da wurden 5-Jahres Bonds @ -0,08% gekauft und die wahnsinnig gewordene EZB will da 230 Mrd Bonds der BRD aufkaufen?! Merkt niemand, das da was nicht stimmt? Und fragt sich, ob Aktien nicht Teil der Inflation sind? (Einfach mal mit einbeziehen...)

    Wie erkler' ich's meinem Enkel, wenn Euroland zu eine "Freiluftpark" wird?

    Eine Notbremse existiert wohl nicht. Wer kann also "Super Mario" noch stoppen?

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