Devisen
Der Niedergang des Euro

Die Schuldenkrise setzt dem Euro zu. Der Kurs der Gemeinschaftswährung taucht ab. Dazu spekulieren so viele wie nie zuvor auf einen weiteren Niedergang. Einzig Deutschland kann diesen noch aufhalten.
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Düsseldorf/FrankfurtDie Schuldenkrise in Europa weckt ungeahnte Ängste. Manch ein Experte fürchtet bereits das Ende der europäischen Währung. Die Euro-Krise sei gefährlicher als die Lehman-Pleite im Jahr 2008, warnte jüngst George Soros. Damit steht der 81-jährige Milliardär, der berühmt-berüchtigt für seine Devisenspekulationen ist, nicht alleine da. Und an den Finanzmärkten verliert der Euro derzeit an Wert. Im letzten Monat legte er unter den größten Währungen der Industrieländer die schwächste Entwicklung hin.

Aktuell kostet der Euro um die 1,28 Dollar. „Am Markt gilt als weitgehend ausgemacht, dass der Euro zunächst Kurs Richtung 1,25 Dollar und dann weiter Richtung 1,20 Dollar nehmen wird“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Devisenhändler. Nicht nur Hedge-Fonds, sondern auch Versicherungen oder Pensionskassen haben die Gemeinschaftswährung zuletzt in großem Umfang verkauft. Mehr als 120.000 Wetten gibt es momentan auf einen fallenden Euro, zeigen Daten von HSBC. Das sind so viele wie noch nie.

Von einer Flucht aus dem Euro kann noch keine Rede sein, wohl aber von einer Umverteilung innerhalb Europas. Investoren verabschieden sich aus den Schuldenstaaten, dafür fließt mehr Geld in deutsche Bundesanleihen. Das Kapital bleibt vorerst im Euro-Raum, deshalb gerät der Wechselkurs nicht noch stärker unter Druck. Wie eine Währungsunion auf Dauer mit solchen Ungleichgewichten funktionieren soll, ist die Frage, die Europas Politiker noch beantworten müssen.

Noch bekommt der Bund seine Anleihen gut los. Doch die Ratingagentur S&P hat bereits leise Zweifel an der Kreditwürdigkeit Deutschlands geäußert. Und die Kosten für Ausfallversicherungen auf deutsche Staatsanleihen sind seit vergangenem Herbst merklich gestiegen. Sollte die Schuldenkrise endgültig in Deutschland ankommen, könnte der Euro noch einmal deutlich an Wert verlieren.

Kommentare zu " Devisen: Der Niedergang des Euro"

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  • @Deyanaron

    Ich hatte gestern ein "Aha"-Erlebnis, als ich den Beitrag "Die Wulffs in der Gerüchteküche des Internets" hörte

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/12/drk_20120112_0509_809e14d6.mp3

    Darin wurde von Rentnern berichtet, die selbst Blogs betreiben oder in solchen aktiv seien. Da fiel bei mir der Groschen. Früher begegnete man ja im Netz eher denen, die wie man selbst, die Sache noch im quasi jugendlichen - oder doch zumindest geistig noch beweglichem und veränderungsfreudigen - Alter betrieben.

    Heute sind wir von zwei Seiten unter Druck: Die Jungen, die in der Schule nicht aufgepasst haben, über alles mitreden wollen, obwohl sie vor Dummheit und Unwissen nur so strotzen - und jenen, die den Krieg noch mal neu spielen wollen, weil die Deutschen ja damals gedopt waren.

    Die haben in Computer-BLÖD gelernt, wie manÄs macht und jetzt haben wir sie so lange an der Backe, bis sie aussterben.

    Was den Euro betrifft, G+ttchen, diese Luschen haben einfach keine Vorstellung davon, wie groß der Komplex in den letzten 50 Jahren geworden ist und daß im Grunde niemand so hoppla-hopp den Prozess stoppen könnte ohne im nächsten Atemzug mit einem Nachbarland im Krieg zu sein.

    Unsere Kinder werden noch mit dem Euro bezahlen, wenn ihnen ihre Kinder erzählen, was sie alles falsch gemacht haben (nicht, daß meine Kinder mir das erzählen würden <ggg>). Da mache ich mir weniger Sorgen.

    Mich beunruhgt eher, daß diese Schwadroneure hier den Eindruck erzeugen könnten, sie seien "Mehrheit". Sind sie nicht. Die Deutschen sind gerne Europäer und sehen ihre Währung, den Euro, weit weniger gefährtet, als ein paar Katastrophenjünger hier das herbeisehnen.

  • Ihre Bemerkung trifft voll ins Schwarze, insbesondere wenn man Sätze liest wie: "Mehr als 120.000 Wetten gibt es momentan auf einen fallenden Euro, zeigen Daten von HSBC." Was soll diese Skandalisierung? Gerade einem Wirtschaftsblatt sollte doch klar sein, daß es bei jedem Geschäft einen Verkäufer und einen Käufer geben muß; d.h. den 120.00 Wetten, die auf einen fallenden Euro setzen, gibt es haargenau 120.000 Wetten, die auf einen steigenden Euro setzen. Es scheint immer noch Wirtschaftsjournalisten zu geben, die das wundert wie weiland die Neandertaler Blitz und Donner.

  • Na ja, wenn lichtenberg und Scherzkeks so sehr vom Euro überzeugt sind können sie ja z.B US$-short gehen, sind dann in einigen Monaten gemachte Männer und können dan den Rest hier mit Spott und Häme übergiessen. Oder doch etwa keine Eier in der Hose? Nur zu, nicht nur bellen, auch mal beissen.

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