Devisen
Dollar auf Erholungskurs

Die Unklarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed hat dem Dollar am Dienstag etwas Luft verschafft. Die US-Währung legte gegenüber dem Euro und einem Korb anderer Währungen leicht zu.
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HB FRANKFURT. Die Unklarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed hat dem Dollar am Dienstag etwas Luft verschafft. Die US-Währung legte gegenüber dem Euro und einem Korb anderer Währungen leicht zu. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,3774 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit einer Woche. Vergangenen Donnerstag hatte der Euro mit 1,4030 noch ein Acht-Monats-Hoch erklommen. Die Vize-Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, hatte am Montagabend vor den Gefahren zu niedriger Zinsen gewarnt und laut Händlern damit Spekulationen ausgelöst, die Fed könne der US-Konjunktur doch weniger stark unter die Arme greifen als von vielen erwartet.

Zuletzt hatten Anleger darauf gesetzt, dass die Fed bereits im November den Ankauf von Staatsanleihen ausweiten könnte. Das drückt zwar die Marktzinsen und kurbelt die US-Wirtschaft an, macht allerdings den Dollar für Investoren unattraktiver. Der Greenback hatte in den vergangenen Wochen daher stark unter Druck gestanden und erst am Montag gegenüber dem Yen ein 15-Jahres-Tief von 1,8137 Yen markiert. Im späten Dienstagshandel lag der Dollar bei 81,80 Yen. "Das Auf und Ab dürfte so lange weiter gehen, bis wir endlich harte Fakten von der Fed bekommen", sagte ein Händler. Neue Hinweise auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank erhofften sich die Anleger von dem am Abend (20.00 MESZ) zur Veröffentlichung anstehenden Protokoll der letzten Notenbanksitzung am 21. September.

Weitgehend unbeeindruckt zeigte sich der Euro am Dienstag von der erfolgreichen Platzierung einer griechischen Anleihe über 1,17 Milliarden Euro. Die Zinskosten für den hochverschuldeten Staat lagen mit 4,54 Prozent niedriger als bei einer Emission im September; die Nachfrage war vier Mal so hoch wie die angebotene Menge. "Griechenland hat einen weiteren Test am Kapitalmarkt bestanden, aber das konnte dem Euro nicht helfen - die Augen der Anleger richten sich derzeit nur auf die Fed", sagte ein Händler. Am Rentenmarkt sorgte die erfolgreiche Platzierung allerdings für einen weiteren Rückgang der von Investoren geforderten Risikoaufschläge für griechische Anleihen. Der Spread der zehnjährigen griechischen Anleihen zur vergleichbaren Bundesanleihe verringerte sich um zwölf Basispunkte auf 699 Basispunkte. Die Rendite fiel von 9,4 auf 9,2 Prozent.Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,24 Prozent nach 2,27 Prozent im späten Montagsgeschäft.

Am Vormittag hatte die Diskussion um die Schuldenrückzahlung Griechenlands die Renditen zunächst noch steigen lassen. Die EU-Kommission und Deutschland haben Überlegungen Griechenlands zu einer längeren Rückzahlungsfrist für die Milliarden-Hilfskredite zurückgewiesen. Die Situation am Kapitalmarkt habe sich für Griechenland verbessert, so dass es keinen Anlass für eine Verlängerung gebe, erklärte ein Sprecher von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn in Brüssel.

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