Devisen
Dollar erholt sich von der Fed-Spritze

Ermutigende Zeichen vom US-Arbeitsmarkt haben dem Dollar zum Wochenausklang etwas Rückenwind gegeben. Zwei Tage nachdem die US-Notenbank weitere 600 Milliarden Dollar zur Ankurbelung der lahmenden Wirtschaft locker gemacht hat, stellte sich heraus, dass in der weltgrößten Volkswirtschaft im Oktober deutlich mehr neue Jobs geschaffen wurden als erwartet.
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HB FRANKFURT. In Reaktion zogen Dollar und Aktien an, Rentenpapiere gerieten unter Druck. "Nach der Fed-Geldspritze können gute Konjunkturdaten ihre volle Wirkung entfalten; eine Straffung der Geldpolitik kann ja in den USA zunächst ausgeschlossen werden", sagte Rentenstratege Kornelius Purps von Unicredit. Der Euro fiel bis auf 1,4043 Dollar und notierte damit fast zwei US-Cent niedriger als im frühen asiatischen Geschäft. Der Bund-Future drehte ins Minus und gab bis zu 48 Ticks auf 129,95 Zähler nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte in der Spitze mit 2,453 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten in den USA war im Oktober außerhalb der Landwirtschaft um 151.000 gestiegen. Erwartet worden war lediglich ein Zuwachs von 60.000 Stellen. Zudem wurden die Statistiken sowohl für den September als auch den August nach oben revidiert. "Das nimmt zumindest erst einmal die Angst, dass die Arbeitslosenquote weiter durch die Decke geht, auch wenn wir natürlich noch meilenweit von einer Vollbeschäftigung entfernt sind", sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

Der Optimismus am Markt verpuffte allerdings im Laufe des Nachmittags wieder. Händler sagten, Anleger nähmen zum Wochenende ihre Gewinne direkt wieder mit.

Neben den Nachrichten aus den USA interessierten sich Investoren wieder verstärkt für die Haushaltslage der Europäer. Vor allem die finanziell klammen Euroländer rückten erneut in den Fokus. Die von Investoren geforderten Risikoaufschläge für Anleihen aus diesen Staaten zogen spürbar an.

So stiegen die Spreads für zehnjährige irische Anleihen zur vergleichbaren Bundesanleihe um acht Basispunkte auf ein Rekordhoch von 550 Basispunkten. Die Aufschläge für griechische Papiere kletterten um 17 auf 922 Basispunkte; das höchste seit Ende September. Auch für spanische und italienische Anleihen forderten Investoren höhere Prämien. Volkswirtin Lena Komileva von Tullett Prebon bezeichnete es wegen der strukturellen Bedeutung der Volkswirtschaften von Spanien und Italien als besorgniserregend, dass diese Länder zunehmend in den Fokus besorgter Investoren rückten.

Auch die Kreditausfallversicherungen für Irland, Portugal und Spanien verteuerten sich nach Angaben des Datenanbieters Markit deutlich.

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