Devisen
Dollar klettert gegenüber Euro und Yen

Die Lage in Syrien spitzt sich immer weiter zu. Die gleichzeitig zunehmende Risikoaversion der Börsianer übt mächtig Druck auf den Euro aus. Dem Dollar schenken die Anleger dagegen mehr Vertrauen.
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FrankfurtDer Dollar hat am Mittwoch zum Yen und zum Euro Boden gutgemacht. Die Weltleitwährung kletterte auf 97,60 Yen von rund 97 Yen am Vorabend. Der Euro rutschte auf 1,3320 von 1,3392 Dollar. „Das hängt ganz klar mit der Krise in Syrien zusammen“, sagte ein Händler. „Die Anleger haben endlich realisiert, dass der Dollar letztlich die sicherste Währung ist.“

Am Vortag hatten viele Investoren noch den Yen gekauft, was bei manchen Börsianern auf Unverständnis gestoßen war. Zum einen ist die Funktion des Yen als sicherer Anlagehafen durchaus umstritten. Zum anderen ziehen US-Anleger - immer noch weltweit die stärkste Investorengruppe - in politisch unsicheren Zeiten normalerweise ihre Gelder aus Fremdwährungen ab. Bislang hatte dies aber fast nur die Devisen der Schwellenländer getroffen.

Aussagen eines japanischen Notenbankers, wonach die Währungshüter ihre lockere Geldpolitik solange beibehalten wollen, bis die Inflation sich bei zwei Prozent stabilisiert hat, belasteten die japanische Währung zusätzlich. Zum Pfund Sterling gab der Dollar dagegen etwas nach. Die britische Währung kletterte auf 1,5528 Dollar.

Die Flucht der Anleger aus als riskant geltenden Währungen hat am Mittwoch auch einige osteuropäische Währungen erfasst. Für einen Euro mussten am Nachmittag 4,2910 Zloty bezahlt werden. Am Vortag hatten noch 4,2469 Zloty gereicht. „Es gibt eine leichte Panik im Markt, alles schwächt sich ab“, fasste ein Händler in Warschau zusammen. Zur ungarischen Währung verteuerte sich der Euro auf 302,50 von 301,43 Forint. Dabei spielte auch eine neuerliche Zinssenkung vom Vortag eine Rolle. Der rumänische Leu verlor zum Euro 0,2 Prozent an Wert.

Gegen den Trend konnte sich nur die tschechische Krone behaupten, die unter den osteuropäischen Währungen als „sicherer Hafen“ gilt. Der Euro kostete mit 25,691 Kronen etwas weniger als am Vorabend mit 25,704 Kronen.

Bisher haben die osteuropäischen Währungen laut Händlern die Kapitalflucht der Anleger aus den Schwellenländern recht gut verkraftet. „Die Region bekommt nicht die ganze Welle der globalen Kapitalflucht mit, da sich die Volkswirtschaften der wichtigsten Handelspartner wie Deutschland und andere Euro-Länder gerade erholen“, sagte ein Händler. Zudem sei das Engagement der Anleger in den osteuropäischen Ländern weniger stark als in anderen Regionen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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