Devisen
Dollar verliert gegenüber Euro und Yen an Boden

Die Spekulationen auf eine anhaltende lockere US-Geldpolitik schwächen den Dollar. Auch der amerikanische Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam. Der Euro dagegen klettert auf den höchsten Stand seit Oktober 2009.
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FrankfurtDie Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in Japan hat den Yen am Montag ins Straucheln gebracht. Der Dollar stieg in der Spitze auf 101,91 Yen, das ist der höchste Stand seit sechs Monaten. Der Euro kletterte mit 137,98 Yen auf den höchsten Stand seit Oktober 2009. Händlern zufolge setzen Anleger derzeit darauf, dass die japanische Notenbank (BOJ) ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs besonders aggressiv fortsetzen wird. Die BOJ hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Geldschleusen weit geöffnet zu lassen. Binnen zwei Jahren soll umgerechnet mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem gepumpt werden.

Dem Greenback machen derzeit vor allem Spekulationen auf eine vorerst anhaltende ultralockere Geldpolitik zu schaffen. Der amerikanische Arbeitsmarkt erholt sich nur zögerlich und liefert der US-Notenbank Fed bislang damit keinen Anlass für einen Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihekäufen. Das macht die weltweiten Finanzmärkte immer wieder nervös. Investoren gehen davon aus, dass die Diskussion über die Drosselung der milliardenschweren Anleihenkäufe auf der Fed-Sitzung im Dezember auf der Tagesordnung stehen wird. Der Euro lag zu Wochenbeginn bei 1,3538 Dollar nach 1,3558 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft vom Freitag.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte vor allem das Ifo-Geschäftsklima im Blick der Märkte stehen. Experten erwarten hier den sechsten Anstieg in Folge. Zuletzt hatten allerdings auch eher enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone den Euro nicht nachhaltig belastet. Beflügelt werde der Eurokurs durch die Aussicht auf eine weiterhin sehr lockere Geldpolitik der US-Notenbank, sagten Händler.

Wie es um die deutsche Konjunktur bestellt ist, dürfte der Ifo-Index am Vormittag zeigen. Analysten rechnen mit einer weiteren Stimmungs-Aufhellung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft. Sie prognostizieren einen Anstieg des Geschäftsklimaindex auf 108 Punkte nach 107,7 Zählern im September.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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