Devisen: Druck auf den Euro bleibt bestehen

Devisen
Druck auf den Euro bleibt bestehen

Zum Nachmittag berappelte sich der Euro über die Marke von 1,30 Dollar. Auch zum Yen zog er leicht an. Händler machen jedoch vor allem technische Faktoren für die leichte Erholung verantwortlich.
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FrankfurtDie europäische Schuldenkrise macht dem Euro auch zu Beginn des neuen Jahres zu schaffen. Er erholte sich zwar am Dienstag leicht zum Dollar und zum Yen. Doch mochten Händler keine Entwarnung geben. „Das ist für eine Trendwende noch nicht genug“, erklärte Klaus Gölitz, Händler bei MM Warburg. „Die Sorgen über Spanien und Italien sind immer noch da, und auch das von Griechenland ausgehende Risiko dürfte den Ausblick für den Euro belasten und möglicherweise schwerer als gute Daten aus Deutschland wiegen“, erklärte Valentin Marinov, Währungsstratege bei Citi.

Zum Dollar berappelte sich der Euro bis zum frühen Nachmittag auf 1,3015 Dollar von 1,2977 Dollar am Vortag. Auch zum Yen zog er leicht an und notierte mit 99,95 Yen deutlich über dem Elf-Jahres-Tief von unter 99 Yen, das er am Vortag auf der Handelsplattform EBS bei extrem dünnen Handel aufgestellt hatte.

Händler in Frankfurt und London machten vor allem technische Faktoren für die Kursentwicklung verantwortlich. „Viele Anleger haben einfach nur ihre Positionen glatt gestellt“, erklärte Gölitz. Er verwies darauf, dass die überwiegende Zahl der Anleger derzeit auf einen schwachen Euro wettet. Jede Erholung gehe daher vor allem auf Deckungskäufe zurück, nicht auf eine fundamentale Neubewertung der Aussichten für die Euro-Zone, erklärte ein anderer Händler.

Den jüngsten Daten der US-Börsenaufsicht CFTC zufolge halten vor allem Finanzinvestoren den Druck auf den Euro aufrecht. In der vergangenen Woche lag bei dieser Gruppe die Zahl der offenen Kontrakte, mit denen Anleger auf fallende Euro-Kurse setzen, bei 172.454. Dem standen lediglich 45.485 Kontrakte von Euro-Optimisten gegenüber.

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  • Der Euro ist immer noch überbewertet.
    Eine höhere Bewertung wäre nur für deutsche Konzerne von Vorteil die Zulieferverträge mit Zulieferer außerhalb der Eurozone haben. Dadurch werden die zugelieferte Produkte im Euroraum teurer.
    Bei einem realistischen Wechselkurs von 1,20,- zum US-Dollar werden Investitionen in Euroraum wieder interessant und darauf kommt es doch an. In Spanien und Portugal gibt es eine Jugendarbeitslosigkeit von 40%, Italien 28%, von Griechenland ganz zu schweigen.
    Was juckt mir was die deutschen Konzerne wollen?
    Vielleicht lernen sie dazu und schließen in Zukunft Verträge mit Zulieferern innerhalb der Eurozone?

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