Devisen
Enttäuschung über EZB wirkt am Devisenmarkt nach

Nach der Veröffentlichung neuer US-Arbeitsmarktdaten hat sich der Dollar am Freitag knapp behauptet. Der Euro legte trotz des unter den Erwartungen liegenden Stellenzuwachses in der größten Volkswirtschaft der Welt nur geringfügig auf 1,1977 Dollar von zuvor 1,1930 Dollar zu und blieb damit unter seinem Vortagesniveau.

HB FRANKFURT. Händler begründeten die stabile Verfassung des Dollar mit den andauernden Spekulationen auf steigende US-Zinsen, die durch den Arbeitsmarktbericht kaum gedämpft worden seien, auch wenn dieser auf den ersten Blick schlechter als erwartet ausfiel. In den USA waren im Oktober 56.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen worden. Das waren nur etwas mehr als halb so viele wie von Analysten im Schnitt erwartet. Die Vormonatszahl wurde aber deutlich nach oben revidiert. Nach den neusten Angaben des US-Arbeitsministeriums wurden im September nur 8000 und nicht wie ursprünglich gemeldet 35.000 Stellen abgebaut. Die durchschnittlichen US-Stundenlöhne zogen zufolge um 0,5 Prozent an und damit stärker als von Analysten mit 0,2 Prozent erwartet. „Das hat denen Auftrieb gegeben, die im Dezember und Januar fest mit weiteren Zinserhöhungen in den USA rechnen“, sagte ein Händler.

Der Renditevorsprung des Dollar gegenüber Euro und Yen wird nach Einschätzung von Händlern weiter wachsen und die Währung unterstützten. „Das Kapital sucht nach attraktiven Renditen, und die können derzeit weder Japan noch die Euro-Zone bieten.“ Die US-Notenbank (Fed) hatte am Dienstag die Leitzinsen zum zwölften Mal in Folge um 25 Basispunkte angehoben. Mit vier Prozent liegen die US-Zinsen damit schon jetzt doppelt so hoch wie in der Euro-Zone. Die japanische Notenbank verfolgt seit Jahren nahezu eine Nullzinspolitik. Zum Yen kletterte der Dollar am Freitag auf 117,81 Yen von 117,20 Yen am Vorabend und notierte damit so hoch wie seit September 2003 nicht mehr.

Bereits am Donnerstagnachmittag hatte der Euro mit einem Abschlag von rund einem US-Cent auf Aussagen der Notenbankchefs der USA, Alan Greenspan, und der Euro-Zone, Jean-Claude Trichet, reagiert. Greenspan hatte im Gegensatz zu seinem Kollegen in Frankfurt weitere Zinserhöhungen angedeutet. „Ich denke, viele waren von der EZB enttäuscht“, begründete Jeremy Stretch, Marktstratege der Rabobank in London den Kursverlust des Euro im Tagesvergleich.

Trichet hatte die Spekulationen auf eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung in der Euro-Zone gedämpft. Zwar bekräftigte der Notenbankchef seine Warnung vor wachsenden Inflationsrisiken. Zugleich ließ er den Zeitpunkt für einen Zinsschritt aber offen. „Unerwartet hat Trichet keine klaren Signale für eine Zinserhöhung bereits im Dezember geliefert, so dass die Erwartung eines Zinsschrittes in der Folge teilweise wieder ausgepreist wurde“, fassten die Analysten von HelabaTrust die Stimmung am Markt zusammen.

Die EZB legte den Referenzkurs des Euro mit 1,1933 (Vortag 1,2041) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) fiel der Euro auf 1,1935 (1,2057) Dollar.

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