Devisen
Euro-Anleger hoffen auf Griechenland-Lösung

Die neuen Vorschläge des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zur Lösung des Schuldenstreits haben am Montag für Optimismus unter Euro-Anlegern gesorgt.
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FrankfurtAm Devisenmarkt haben die Anleger am Montag kaum auf das griechische Schuldendrama reagiert. „Offenbar stehen weiterhin die Zinsüberlegungen in den USA für die Positionierungen der Anleger im Fokus“, sagte ein Händler. Zwar schoss der Euro im frühen Handel in Reaktion auf neue Vorschläge des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zur Lösung des Schuldenstreits um einen halben US-Cent auf rund 1,14 Dollar nach oben. Doch schon am Mittag notierte er mit 1,1350 Dollar wieder kaum verändert zum Freitagabend. Schon in der vorigen Woche hatten Spekulationen auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone („Grexit“) zur Überraschung vieler Börsianer die Euro-Investoren kalt gelassen.

Die Anleger hatten stattdessen auf eine Verschiebung der für dieses Jahr erwarteten ersten US-Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise vor über sieben Jahren gesetzt. Der Euro war auf ein Ein-Monats-Hoch von 1,1436 Dollar gestiegen. Damit rückte die vor wenigen Monaten noch als sicher angesehene Eins-zu-Eins-Parität, bei der ein Euro einem Dollar entspricht, weiter in die Ferne.

Im griechischen Schuldendrama galt am Montag ein Sondergipfel am Abend als eine der letzten Gelegenheiten für eine generelle Übereinkunft. Der Druck auf die Politik steigt, da Ende des Monats eine milliardenschwere Zahlung Griechenlands an die Gläubiger fällig wird und immer mehr Griechen ihr Geld von den Banken abheben. Zwar äußerten sich einige Politiker über einen Deal noch am Montagabend skeptisch. Doch signalisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits, dass es notfalls in dieser Woche noch mehr Zeit für eine Lösung gebe. Am Aktienmarkt setzten die Anleger denn auch auf ein Happy End.

Das taten auch die meisten Anleger am Rentenmarkt. Sie schichteten aus den zuletzt stark gefragten deutschen Bundesanleihen wieder in die Anleihen Spaniens und Italiens um. Die beiden südlichen Länder gelten als besonders gefährdet, sollte Griechenland die Euro-Zone verlassen. Vor allem in Spanien haben die Gegner der von der EU gewollten Reformen bei den Kommunalwahlen zuletzt großen Zulauf gehabt. Daher waren die Renditen der spanischen Anleihen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. Am Montag lag die Verzinsung der zehnjährigen Papiere bei 2,14 Prozent. Noch vorige Woche war sie bis auf 2,5 Prozent gestiegen.

Derweil zogen die Renditen der deutschen zehnjährigen Anleihen wieder auf 0,85 von 0,76 Prozent am Freitagabend an. Der Bund-Future stürzte um 142 Ticks auf 150,62 Punkte ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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