Devisen
Euro-Anleger setzen auf Einigung in Athen

Die Märkte hoffe auf positive Nachrichten aus Griechenland und lassen den Eurokurs steigen. Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte in der Spitze 1,3290 Dollar.
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FrankfurtEine sich abzeichnende Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern hat am Mittwoch die Anleger zum Kauf von Euro animiert. Die neuen Hoffnungen auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen gründen sich nach Aussage von Händlern unter anderem auf ein für den Tagesverlauf angesetztes Treffen der griechischen Koalitionsspitzen. Investoren setzten darauf, dass diese dem Sparplan zustimmen werden, der mit den Geldgebern ausgehandelt wurde, hieß es. Die Gemeinschaftswährung stieg in der Spitze bis auf 1,3290 (EZB-Referenzkurs vom Dienstag: 1,3113) Dollar, am Mittag notierte sie um 1,3270 Dollar.

„Unabhängig von den vielen Deadlines, die gerissen wurden, hat sich am Markt bezüglich Griechenland eine generelle Neigung durchgesetzt, das Glas als halb voll zu betrachten“, sagte Währungsanalystin Jane Foley von der Rabobank. Derzeit spiele aber auch die Technik eine große Rolle, denn viele Anleger hätten auf einen fallenden Euro gewettet, und die wollten jetzt nicht von einer Rally überrannt werden.

Als ermutigend werteten Analysten einen Bericht des „Wall Street Journal“ (Mittwochausgabe), wonach sich die EZB mit elf Milliarden Euro an einem Schuldenschnitt Griechenlands beteiligen wolle. Die Zeitung beruft sich auf Personen, die über die laufenden Umstrukturierungsverhandlungen unterrichtet seien.

„Damit würde der Kreis der Beteiligten an der Umschuldung Griechenlands über den privaten Sektor hinaus ausgeweitet. Der Schritt hin zum EFSF ist dann nicht mehr weit“, schrieb die HSH Nordbank. „Möglicherweise haben einige Marktteilnehmer dies zum Anlass genommen, einer Einigung in Griechenland wesentlich optimistischer entgegenzusehen.“ Ein Sprecher der EZB lehnte einen Kommentar zu dem Zeitungsbericht ab.

Die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen ging ur Wochenmitte zurück. Der Bund-Future gab um 30 Ticks nach auf 137,65 Zähler. „Wir scheinen uns allmählich auf eine Vereinbarung zuzubewegen, und wenn das erreicht ist, dann könnten noch deutlich mehr Positionen in sicheren Häfen aufgelöst werden“, sagte Zinsstratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets.

Die Renditen portugiesischer Zehnjähriger hielten sich relativ stabil um 13,9 Prozent, ihre italienischen Pendants stiegen leicht auf 5,65 (spätes Vortagesgeschäft: 5,61) Prozent. Spanische zehnjährige Anleihen gerieten dagegen unter Verkaufsdruck, in Folge schnellte die Rendite auf 5,27 (5,1) Prozent nach oben. Nach Aussage von Händler ist dies eine Marktreaktion auf die Ankündigung einer Konsortialbank, dass die Papiere aufgestockt werden sollen. Nach Angaben der Thomson-Reuters-Tochter IFR sind Barclays Capital, BBVA, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Santander und SG CIB mit dem Deal beauftragt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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