Devisen
Euro auf Berg- und Talfahrt

Der Abwertungswettlauf beschäftigt die Devisenanleger weiter. Nach der Erklärung der G7, in der Geldpolitik nicht eingreifen zu wollen, reagierte der Euro mit Gewinnen. Jedoch fiel er später wieder zurück.
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FrankfurtDer Euro hat am Dienstag nach einer Erklärung der sieben weltweit größten Industrieländer (G7) eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Nachdem die Gemeinschaftswährung infolge des Statement der G7 zu den Wechselkursen zunächst deutlich zulegte, fiel sie später wieder etwas zurück. Zuletzt kostete ein Euro 1,3450 US-Dollar und damit einen knappen Cent mehr als im Tagestief. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3438 (Montag: 1,3391) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7442 (0,7468) Euro.

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 hatten sich am Vormittag in die Debatte um einen vermeintlichen Währungskrieg eingeschaltet. An den Finanzmärkten wurde die Stellungnahme als Duldung der gegenwärtigen Geldpolitik insbesondere Japans interpretiert. Bereits am Vorabend hatte Lael Brainard, Staatssekretärin im US-Finanzministerium, ähnliche Signale gesendet. In der Folge setzte der Yen seinen Sinkflug der vergangenen Monate fort, während der Euro weiter aufwertete.

Insbesondere Japan steht derzeit massiv in der Kritik, weil das Land mit einer sehr lockere Geld- und Haushaltspolitik gegen Deflation und Wachstumsflaute kämpft. Eine Folge ist, dass der Yen seit mehreren Monaten stark abwertet. Andere Währungen, insbesondere der Euro, haben indes deutlich an Wert gewonnen, was die konjunkturelle Erholung im Währungsraum gefährden könnte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86150 (0,85350) britische Pfund, 126,60 (125,12) japanische Yen und 1,2328 (1,2294) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.647,50 (1.652) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38.700 (39.300) Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Welche Chance haben die Japaner noch? DE facto steht dieses Land doch schon seit 20 Jahren mit dem Arsch an der Wand. Überbordende Verschuldung, wirtschaftliche Stagnation, Naturkatastrophen wenn es denn solche sind führen nun mal in einen Abwertungswettlauf wollen die Japaner "Weltmarktfähig" bleiben. Auf lange Sicht hin ist ein Umdenken weg von der Globalisierung nötig. Alte Zöpfe wie das predigen von stetigem Wirtschaftswachstum sollten schnellstens abgeschnitten werden. Dieser ganze globale Wahnsinn der Industrie vernichtet auf lange Sicht hin den Lebensraum für Mensch und Tier. Hier gilt es anzusetzen.

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