Devisen
Euro auf tiefstem Stand seit Monaten

Der Euro fällt unter 1,36 Dollar. Der Fokus der Anleger liegt auf der EZB-Zinsentscheid in der kommenden Woche. Seit Anfang Mai hat der Euro bereits mehr als zwei US-Cents eingebüßt.
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Frankfurt am MainDer Euro hat am Mittwoch gegenüber dem Dollar nachgegeben und zeitweise den tiefsten Stand seit über drei Monaten markiert. Für den Monat steuert die europäische Gemeinschaftswährung auf den stärksten Verlust gegenüber dem Greenback in vier Monaten zu. Zuletzt notierte der Euro bei 1,36 Dollar 0,2 Prozent leichter als am Vortag, nachdem er in der Spitze bis auf 1,3596 Dollar abgerutscht war.

In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai überraschend gestiegen, außerdem ist in der Eurozone im April das Kreditvolumen zurückgegangen. Die Geldmenge M3 ist im April weniger stark gewachsen als erwartet, was Spekulationen auf eine Zinssenkung bei der nächste Woche anstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank angeheizt hat.

"Die Zahlen zu M3 waren eine deutlich negative Überraschung”, sagte Phyllis Papadavid, leitende Devisenstrategin bei der Investmentbankensparte von BNP Paribas SA in London. “Das wird der EZB neben dem schrumpfenden Kreditvolumen zusätzliche Sorgen machen. Es bietet weitere Gründe für eine Lockerung der Geldpolitik und passt ins allgemein negative Euro-Thema."

Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB haben den Euro in diesem Monat um 1,7 Prozent gegenüber dem Dollar nach unten gedrückt. In einer Bloomberg-Umfrage erwarten 23 von 39 befragten Volkswirten, dass die EZB die Leitzinsen von derzeit 0,25 Prozent weiter senken wird. Die Zinsentscheider tagen am Donnerstag nächster Woche.

Ein Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Euro verzeichnete die norwegische Krone. Die Währung reagierte damit auf überraschend starke Daten zum Einzelhandelsumsatz im April.

Der Schweizer Franken war zum Euro kaum verändert bei 1,2223 je Euro. Zum Dollar notierte die eidgenössische Währung bei 89,85 Rappen je Dollar 0,2 Prozent unter Vortagesniveau.

Der Yen stieg zum Euro um 0,4 Prozent auf 138,43 Yen, zum Dollar gewann er 0,2 Prozent auf 101,77 Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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