Devisen
Euro bleibt unter Druck

Trotz Moody's Negativ-Ausblick für die deutsche Kreditwirtschaft ist der Euro am Dienstag nur leicht unter Druck geraten. Er hielt sich über dem Zweijahrestief von Montagnachmittag.
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FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Dienstag angesichts einer weiteren Zuspitzung an den Anleihemärkten der Krisenländer unter Druck geblieben. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2089 US-Dollar gehandelt. Der Euro lag damit nur knapp über seinem am Montagnachmittag erreichten Zweijahrestief von 1,2067 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2089 (Montag: 1,2105) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8272 (0,8261) Euro.

„Vor allem die Zuspitzung an den Anleihemärkten von Italien und Spanien belastet den Eurokurs“, sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Die Anleger seien extrem nervös und es drohe hier ein „Teufelskreis“. Die immer weiter steigenden Zinsen schwächten die Finanzkraft der Staaten. Dies habe weitere Verkäufe zur Folge, was zu weiter steigenden Zinsen führe. „Offenbar kann nur noch ein entschlossenes Handeln der EZB helfen“, sagte Rieke. Viele Anleger wollten offenbar auch die Notenbank testen. „Mit warmen Worten von Seiten der Politik lässt sich die Entwicklung jedenfalls nicht stoppen.“ Es gehe auch nicht mehr um den Sonderfall Griechenland, sondern um die Eurozone als Ganzes.

Keine großen Auswirkungen auf den Devisenmarkt hatte hingegen die von der Ratingagentur Moody's am Montagabend angedrohte Aberkennung der Topbonität von Deutschland. „Die von den Moody's erwähnten Risiken für Deutschland sind an den Märkten schon bekannt gewesen“, sagte Rieke. Wegen besser als erwartet ausgefallener chinesischer Konjunkturdaten war der Euro nach der Rating-Nachricht im asiatischen Handel sogar zeitweise gestiegen. Schwache Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone hätten hingegen die Stimmung im Vormittagshandel wieder belastet, sagte Rieke.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,77850 (0,77980) britische Pfund, 94,63 (94,72) japanische Yen und 1,2010 (1,2010) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1583,25 (Montag: 1572,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 41 120,00 (41 010,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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