Devisen
Euro erholt sich von Zwölfjahrestief

Der Euro notiert am Donnerstag zunächst so tief wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA kann er die Talfahrt am Nachmittag allerdings vorerst bremsen und erholt sich spürbar.
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FrankfurtDer Euro hat sich am Donnerstag nach dem Fall auf ein Zwölfjahrestief spürbar erholt. Im Nachmittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,0620 US-Dollar. Am Morgen war sie noch auf Talfahrt und hatte bei 1,0495 Dollar den tiefsten Kurs seit Januar 2003 erreicht. Der Referenzkurs wurde zuvor von der Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,0613 (Mittwoch: 1,0578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9422 (0,9454) Euro.

Marktbeobachter begründeten die Euro-Erholung mit Kursverlusten beim Dollar. Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA hatten den Erwartungen einer schnellen Zinserhöhung durch die US-Notenbank einen Dämpfer versetzt.

Die US-Währung geriet unter Druck, nachdem die Umsätze im amerikanischen Einzelhandel im Februar den dritten Monat in Folge deutlich gesunken waren. Zuletzt gab es mehrfach enttäuschende Daten aus der US-Wirtschaft, die Zweifel an einem kräftigen Aufschwung in der größten Volkswirtschaft schüren.

Trotz der aktuellen Erholung wollen Experten aber eine Fortsetzung der Euro-Talfahrt nicht ausschließen. „Die brennende Frage am Devisenmarkt ist und bleibt, wie weit der Euro noch fallen wird“, sagte Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

Am Montag hatte die EZB ihr breitangelegtes Kaufprogramm von Anleihen gestartet und damit die jüngsten Kursverluste beim Euro ausgelöst. In den ersten drei Tagen hatte die Notenbank im freien Handel nach eigenen Angaben Papiere im Wert von fast zehn Milliarden Euro gekauft.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,70910 (0,70355) britische Pfund, 128,29 (128,33) japanische Yen und 1,0636 (1,0655) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1152,25 (1150,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34.610,00 (34.670,00) Euro.

EUR/USD SPOT

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Chart von EUR/USD SPOT

Der Euro befindet sich seit knapp einem Jahr auf Talfahrt, allerdings hat sich der Sinkflug in den vergangenen Wochen stark beschleunigt. Seit Ende Februar betragen die Verluste zum Dollar in der Spitze 9 Cent. „Man muss sagen, dass die Abwärtsbewegung beim EUR/USD allmählich recht lächerlich wird“, schrieb Chris Weston, Leitender Marktstratege bei IG in Melbourne, in einem Kommentar am frühen Morgen, bevor die Erholung einsetzte.

An den Finanzmärkten rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wann der Euro nur noch einen Dollar kosten wird. „Setzt sich der Abwärtstrend in diesem Tempo fort, ist die Parität Anfang kommender Woche erreicht“, kommentierte Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. „Und nun, da das psychologisch so wichtige Niveau in greifbarer Nähe ist, könnte der Appetit der Parität-hungrigen umso mehr zunehmen.“

Seit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ab März die Notenpresse anzuwerfen, beschleunigte der Euro seine Talfahrt. In den vergangenen sieben Wochen stürzte die Gemeinschaftswährung von 1,16 Dollar um mehr als zehn Cent ab. Zusätzlich belastet wird der Euro durch die Aussicht auf eine baldige Zinswende in den USA.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • @ Herr Peter Noack -

    >> Ich tanke nur noch LPG für weniger als 60 Cent pro Liter >>

    Sie sollten sich ein e-Auto anlegen.

  • Das ist doch alles Blödsinn. Zur einführung des € haben uns alle fachleute versichert, dass der € hart wie die DM wird. Die DM wäre heute dann auch nur hart wie Wackelpudding in der Kurve. Wenn jetzt nur nicht wieder die rechtsradikalen Idioten aus Bayern wieder mit ihrer Leier von wegen Esperantogeld anfangen.Ich vertraue dem

  • Herr Queri!
    Wer heute noch Benzin tankt ist selber schuld. Ich tanke nur noch LPG für weniger als 60 Cent pro Liter:

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