Devisen: Euro fällt auf tiefsten Stand seit Anfang 2006

Devisen
Euro fällt auf tiefsten Stand seit Anfang 2006

Der Euro bleibt wegen der Aussicht auf ein weiteres Öffnen der Geldschleusen durch die EZB und der unsicheren Lage im Krisenland Griechenland unter Druck. Er ist so billig wie zuletzt vor neun Jahren.
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SingapurIn den ersten Handelsstunden der neuen Woche ist der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung am Montag bis auf 1,1864 Dollar gefallen. Das war der tiefste Stand seit März 2006. Zuletzt konnte sich der Euro allerdings etwas erholen, lag aber mit 1,1938 Dollar immer noch deutlich unter der Marke von 1,20 Dollar, unter der er zuletzt im Sommer 2010 gestanden hatte.

Händler begründeten die erneuten Kursverluste mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Lage in Griechenland. Drei Wochen vor der dortigen Neuwahl ist die Debatte über einen Austritt des Krisenlandes aus der Euro-Zone wieder voll entbrannt. Auslöser ist ein „Spiegel“-Bericht, nach dem die Bundesregierung ein Ausscheiden des hoch verschuldeten Landes aus der Währungsgemeinschaft inzwischen für verkraftbar hält. Am Montag griff auch Vizekanzler Sigmar Gabriel in die Debatte ein.

Mit dem Rückgang setzt der Euro die Talfahrt der vergangenen Monate fort. Im Mai des vergangenen Jahres hatte die europäische Gemeinschaftswährung noch fast 1,40 Dollar gekostet, verlor dann aber kontinuierlich an Wert. Die EZB hatte im Sommer als erste große Notenbank der Welt „Strafzinsen“ für Einlagen von Banken eingeführt. Das heißt, dass die europäischen Geldhäuser für bei der Zentralbank geparktes Geld Zinsen zahlen müssen, anstatt wie sonst üblich welche zu bekommen.

EZB-Präsident Mario Draghi will damit die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft vor allem in Südeuropa ankurbeln und eine zu niedrige Inflation verhindern. Bisher verpuffte dieser Schritt allerdings größtenteils. Draghi hatte daher zuletzt immer wieder angekündigt, zu weiteren Schritten bereit zu sein. Erst am Freitag hatte er in einem Interview mit dem Handelsblatt diese Bereitschaft noch einmal bekräftigt und damit den Euro-Kurs in Richtung 1,20 Dollar gedrückt.

„Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist höher als vor sechs Monaten“, sagte er der Zeitung. Die Europäische Zentralbank sei deshalb in technischen Vorbereitungen, „um den Umfang, das Tempo und die Zusammensetzung unserer Maßnahmen Anfang 2015 zu verändern, sollte dies notwendig werden, um auf eine lange Periode zu niedriger Inflation zu reagieren“.

Die Aussagen zerstreuten laut Händlern die letzten Zweifel, dass die Notenbank im Kampf gegen die zu niedrige Inflation schon bald mit dem umstrittenen Kauf von Staatsanleihen beginnen wird. Während die Euro-Zone damit auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zusteuert, bewegt sich die US-Notenbank auf eine Straffung ihrer Geldpolitik zu. Die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung in den USA nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise beflügelt den Dollar und setzt den Euro im Gegenzug immer stärker unter Druck.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die Griechen aus dem Euro austreten wollen wird sofort eine Flugverbotszone errichtet. Sollten die Griechen nicht zu Vernunft kommen, muss man sofort einen Bombenteppich legen, damit der Terror und die Massenvernichtungswaffen in Griechenland zerstört werden.
    Danach kann man sich die letzten Bodenschätze und Rohstoffe unter den Nagel reißen.
    Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan, Yugoslawien, Ukraine, Vietnam. Die Liste könnte man noch wesentlich länger gestalten. Alle diese Länder wurden von den USA destabilisiert um riesige Gewinne einzufahren. Ich frage mich, wer sind jetzt die Terroristen?

  • @ jantschik:

    Da alle Verträge von allen bereits mehrfach gebrochen und umgangen wurden, gelten sie nichts. Dazu ist die Macht des Faktischen stets stärker als alles auf Papier Festgehaltene.

    Wer will, tritt aus. Dagegen gibt es kein wirksames Mittel.

  • EU-Kommission: Mitgliedschaft im Euro ist unwiderruflich
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 05.01.15 17:18 Uhr

    Die EU-Kommission teilte am Montag mit, dass ein Austritt aus der Euro-Zone grundsätzlich nicht möglich sei. Der Euro sei gekommen, um zu bleiben.

    Der Euro soll nach den Vorstellungen seiner Retter bis zum Jüngsten Gericht existieren.

    Der Euro soll nach den Vorstellungen seiner Retter bis zum Jüngsten Gericht existieren. (Foto: dpa)

    In der Debatte um einen möglichen Ausstieg des hochverschuldeten Griechenlands aus der Eurozone hat die EU-Kommission an europäisches Recht erinnert. Der EU-Vertrag lege fest, „dass die Mitgliedschaft im Euro unwiderrufbar ist“, sagte eine Sprecherin der Behörde in Brüssel.

    „Der Euro ist da, um zu bleiben. Der Euro hat seine Belastungsfähigkeit bewiesen“, sagte sie mit Blick auf die Schuldenkrise in den vergangenen Jahren.


    Wenn Griechenland aber austreten will, schickt dann Brüssel Panzer ?

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