Devisen Euro fällt nach EZB-Meldung unter 1,08 Dollar

Einem Insider zufolge, sollen die Tendenzen zu einer Straffung der EZB-Geldpolitik auf der Ratssitzung zum Monatsanfang deutlich überschätzt worden sein. Das Gerücht drückte den Euro am Mittwoch deutlich ins Minus.
Update: 29.03.2017 - 15:37 Uhr Kommentieren
Die Gemeinschaftswährung ist eine der wichtigsten Weltreservewährungen. Quelle: dpa
Euro-Münze

Die Gemeinschaftswährung ist eine der wichtigsten Weltreservewährungen.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDer Euro hat sich am Mittwoch weiter verbilligt. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1,0763 Dollar und büßte damit seit Montag rund eineinhalb US-Cent ein. Insidern zufolge schreckt die Europäische Zentralbank vor einer Änderung ihrer Aussagen zur Geldpolitik bei der kommenden Ratssitzung im April zurück. Stattdessen wolle sie Investoren klar machen, dass sie noch eine ganze Weile an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten werde. Eine Quelle aus der EZB meinte, die Aussagen Mario Draghis nach der Ratssitzung am 9. März seien diesbezüglich deutlich überschätzt worden. Die entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur Reuters kostete den Euro innerhalb von Minuten einen halben Cent.

Wegen nachlassender Spekulationen auf ein rasches Ende der EZB-Bondkäufe fielen die Renditen der Staatsanleihen europaweit. Die zehnjährigen Bundestitel rentierten bei 0,337 Prozent nach 0,377 Prozent am Vortag.

Gleichzeitig schoben wiederaufgeflammte Spekulationen auf ein amerikanisches Wirtschaftswunder und rasche Zinserhöhungen der Notenbank Fed den Dollar an. Offenbar verzeihten Anleger dem US-Präsidenten Donald Trump seine Pleite mit der Gesundheitsreform, schrieben die Analysten der Essener National-Bank. „Sie hoffen nun auf eine Umsetzung der anderen Vorhaben: Steuerreform und Infrastrukturausgaben.“ Sollte Trump dabei aber im Parlament auf ähnlichen Widerstand stoßen wie bei der gescheiterten Abschaffung der Krankenversicherung Obamacare, werde der aktuelle Optimismus schnell verfliegen, warnten die Experten der Rabobank.

  • dpa
  • rtr
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