Devisen
Euro fällt noch tiefer

Auch auf die sehr guten Konjunkturdaten aus Deutschland hat der Euro nicht reagiert. Zu Beginn der neuen Handelswoche befindet sich die Gemeinschaftswährung weiter auf Talfahrt.
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Frankfurt/MainDer Eurokurs hat am Montag trotz robuster Konjunkturdaten aus Deutschland etwas schwächer tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2940 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte der Euro noch 1,2959 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2947 (Freitag: 1,2948) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7724 (0,7723) Euro.

Der Eurokurs stieg nach starken deutschen Handelsbilanzzahlen nur vorübergehend. In absoluten Zahlen erreichten die Ausfuhren einen Rekordwert von 101 Milliarden Euro. Analysten kommentierten die Zahlen positiv, wiesen aber auch auf die hohe Schwankungsanfälligkeit monatlich erhobener Daten hin. Der Euro geriet nach einem kurzen Anstieg wieder unter Druck. Die Anleger spekulieren laut Esther Reichelt Devisenexpertin der Commerzbank auf einen weiter fallenden Eurokurs. Die überraschende Zinssenkung der EZB vom vergangenen Donnerstag dürfte diese Entwicklung noch verstärkt haben. „Vorerst scheint niemand mehr an einen steigenden Eurokurs zu glauben“, kommentierte Reichelt.

Das britische Pfund geriet unterdessen deutlich unter Druck, nachdem eine am Wochenende veröffentlichte Umfrage erstmals eine Mehrheit für eine Abspaltung Schottlands von Großbritannien ergeben hatte. Bis vor kurzem waren die Befürworter laut Umfragen noch in der Minderheit. „Damit steht aber nicht nur die britische Union von 1707 zur Disposition, sondern es stellt sich auch die Frage nach der Währung“, kommentierte Christian Apelt, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dies sorge für Verunsicherung, da nicht klar sei, welche Währung Schottland künftig haben werde. Der Eurokurs stieg am Montag über die Marke von 0,80 Pfund, nachdem er am Freitag noch bei 0,7930 Pfund notiert hatte. Den Referenzkurs zum Pfund legte die EZB auf 0,80234 (Freitag: 0,79455) Pfund fest.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 136,32 (136,27) japanische Yen und 1,2069 (1,2064) Schweizer Franken fest.

Der Goldpreis ist am Montagnachmittag wieder auf Talfahrt gegangen. Im US-Handel rutschte der Preis um bis zu 1,3 Prozent auf 1252,63 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und notierte damit so niedrig wie zuletzt am 10. Juni. Auch auf dem Terminmarkt gaben die Gold-Future bis zu ein Prozent nach. Händler in London führten die Verkäufe vor allem auf den relativ stabilen Dollarkurs zurück. Selbst enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt hatten dem Greenback am Freitag nichts anhaben können. Am Montag stieg er zum Yen auf 105,69 Yen von 105,08 Yen. Der Euro notierte allerdings mit 1,2947 Dollar kaum verändert. Gold wird in Dollar gehandelt und ist daher bei einem hohen Wechselkurs für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum unattraktiver.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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