Devisen
Euro fällt unter 1,34 Dollar

Robuste Konjunkturdaten aus den USA haben den Euro am Freitag unter die Marke von 1,34 Dollar gedrückt.

HB FRANKFURT. Auch der Rentenmarkt geriet im Tagesverlauf immer mehr unter Druck, was Händler einerseits auf die anhaltend guten Konjunkturdaten in Europa und den USA zurückführten und andererseits mit der weiter zuversichtlichen Stimmung an den Aktienmärkten erklärten.

„Die Renten hängen eindeutig am Tropf von Dax & Co.“, sagte ein Händler in Frankfurt. „Außerdem befindet sich der Markt in einem Trend nach unten, aus dem es derzeit kein Entrinnen zu geben scheint.“ Der Bund-Future fiel bis zum Nachmittag in der Spitze auf 111,77 Punkte, ein Minus von knapp 30 Ticks.

Der Euro, der zuvor um die Marke von 1,3440 Dollar gependelt hatte, geriet nach Veröffentlichung der Daten aus den USA in Turbulenzen. Er gab zunächst auf knapp 1,34 Dollar nach, zog anschließend auf 1,3450 Dollar an und fiel schließlich unter die Marke von 1,34 Dollar. Händler begründeten dies mit einem starken Einkaufsmanagerindex aus den USA, der den Dollar kräftig pushe.

Der vom Instute of Supply Management erhobene Indikator erreichte im Mai 55 Punkte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem etwas niedrigeren Wert gerechnet. „Damit ist klar, dass sich die US-Wirtschaft doch nicht so stark abzukühlen scheint wie gedacht“, sagte ein Händler.

Volkswirt Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burckhardt erklärte anfänglichen Schwankungen beim Währungspaar Euro/Dollar mit der Unsicherheit der Anleger. „Es gab keine klare Aussage“, sagte er mit Blick auf die neuen Statistiken, die in USA veröffentlicht wurden.

Uwe Janz von der Privatbank MM Warburg erläuterte: „Der Stellenzuwachs in den USA außerhalb der Landwirtschaft ist zwar beeindruckend und hat den Dollar kurz gestützt. Allerdings wurde die gleiche Zahl für April nach unten revidiert. Das hilft dem Dollar nun wieder nicht.“

Die meisten Analysten waren sich darin einig, dass die Daten keine klare Signale für die kurzfristige Zinspolitik in den USA lieferten. „Die US-Notenbank kann sich bequem zurücklehnen. Sie wird abwarten, inwieweit sich die Tendenz zur Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus fortsetzt und somit auch seitens der Lohnentwicklung mögliche Aufwärtsrisiken für die Inflation abklingen. Wir rechnen erst Anfang kommenden Jahres mit moderaten Zinssenkungen“, stellten die Experten der Postbank in einem Marktkommentar fest.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Freitag mit 1,3436 (Vortag: 1,3453) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken gab der Euro auf 1,3434 (1,3438) Dollar nach.

Die von der Bundesbank täglich berechnete Umlaufrendite öffentlicher Bundeswertpapiere legte am letzten Handelstag der Woche auf 4,45 (4,43) Prozent zu. Der Rex fiel um 0,13 Prozent auf 114,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 4,451 Prozent.

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