Devisen
Euro fällt unter 1,40 US-Dollar

Anleger sorgen sich um die Staatsfinanzen des hoch verschuldeten Italiens. Der Eurokurs stürzt ab und kann dei Marke von 1,40 US Dollar nicht halten. Investoren flüchten in andere Währungen.
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Spannung an den Devisenmärkten: Sorgen um das stark verschuldete Italien sorgen für Verkäufe beim Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel zeitweise unter die Marke von 1,40 US-Dollar und notierte bei Tagestief von 1,3984 Dollar. Aktuell liegt der Euro bei 1,4014 gut 1,4 Prozent schwächer als am Vortag. Im frühen Handel in Frankfurt hatte der Euro noch über der Marke von 1,42 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,4056 (Freitag: 1,4242) Dollar festgesetzt.

„Die Sorgen um Italien schüren die Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone“, sagte Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). So sind die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen in den vergangenen Tagen dramatisch gestiegen.

Verstärkt wurde die Unsicherheit durch Berichte, nach denen die EZB angeblich eine Verdopplung des Rettungsschirms EFSF fordert. Wortberg hält solche Forderungen für wenig hilfreich, da Italien aufgrund der Höhe des Schuldenstandes kaum geholfen werden könne. „Die einzige Lösung wären Eurobonds, falls Italien tatsächlich in Schwierigkeiten geraten würde.“ Am Nachmittag trafen sich die Finanzminister der Eurozone zu einem Gespräch über die Schuldenkrise.

Wortberg gibt aber auch der italienischen Politik eine Mitschuld. Die Streitereien um das geplante Sparpaket innerhalb der italienischen Regierung würden nicht für Vertrauen sorgen. Zudem würden im bis jetzt geplanten Sparpaket die größten Einsparungen erst in den Jahren 2013 bis 2014 erfolgen und damit nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode. Wir groß die Ansteckungsgefahren sind, sehe man auch am Anstieg der Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen. Der Streit in den USA zwischen Republikanern und Demokraten um die Anhebung der Schuldengrenze spiele am Devisenmarkt derzeit keine große Rolle. „Es wird eine Einigung geben, alles andere wäre Selbstmord“, sagte Wortberg.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88070 (0,89320) britische Pfund, 113,16 (115,98) japanische Yen und 1,1715 (1,2102) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1555,50 (1541,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34.520,00 (33.830,00) Euro.

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Kommentare zu " Devisen: Euro fällt unter 1,40 US-Dollar"

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  • Nur dem Handelsblatt duerfen Sie glauben, die haben immer ein Paar neue Zeitifikatsempfehlungen fuer Sie parat !

    Irgenwie muessen die ja auch von Ihren Emitenten die Werbeeinnahmen sichern, ich hoffe Sie verstehen dies.

    Und Gold ist je bekanntlich in einer Blase die morgen ganz sicher crashen muss !

    Lessen Sie nur die Finger von dem Zeug, unsere Zentralbanker brauchen es jetzt mehr denn jeh.

  • Was für ein Kasperlteater !!!! Die USA haben Schulden wie die Sautreiber, stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, wenn man den Medien glauben schenken darf, aber alles regt sich über das "Nasenwasser" Italien und Griechenland auf.

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