Devisen
Euro fällt unter 1,43 Dollar

Gerüchte einen Putsch in Pakistan hatten den Euro zeitweise belastet. Inzwischen hat sich die Währung aber wieder etwas erholt. Auch der Schweizer Franken ist auf dem Vormarsch.
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HB FRANKFURT. Nach dem starken Kursrutsch vom Vortag hat sich der Euro am Freitag nur vorübergehend stabilisiert. Am Nachmittag nahm der Euro die Abwärtsbewegung wieder auf und rutschte unter die Marke von 1,42 Dollar.

Zuvor hatten bereits später dementierte Gerüchte über einen Putsch in Pakistan und ein Bericht über ein vorübergehendes Eindringen iranischer Truppen in den Irak den Euro bis auf knapp 1,43 Dollar gedrückt. In politischen Krisenzeiten gehen die Anleger in der Regel auf Nummer sicher und kaufen Dollar.

Die Berichte sorgten zudem dafür, dass sich diejenigen Investoren mit Franken eindeckten, die zuvor auf einen fallenden Kurs der Schweizer Währung gesetzt hatten. So rutschte der Euro zur Schweizer Währung deutlich auf 1,4911 Franken von knapp über 1,50 Franken am Vorabend ab. Seit März hatte der Euro kein so niedriges Niveau erreicht. Seinerzeit hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) eingegriffen und Franken verkauft.

Händler sagten, durch die geringen Handelsvolumina würden die Kursbewegungen noch überzeichnet. "In diesem dünnen Markt ist die Dynamik entscheidend, und dagegen will sich im Moment niemand stemmen", erklärte Lee Hardman, Währungsstratege bei der Bank of Tokyo UFJ. -Mitsubishi "Für die SNB würde in einem solchen Markt eine Intervention womöglich wenig Sinn machen", fügte Hardman hinzu.

Unterstützung bekam der Euro vom Ifo-Index. Danach hellt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum Jahresende weiter auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 94,7 Punkte von 93,9 Zählern im Vormonat. Die von Reuters befragten Volkswirte hatten nur mit einen Anstieg auf 94,5 Zähler gerechnet.

Am Rentenmarkt notierte der Bund-Future am Nachmittag mit 123,47 Punkten noch sieben Ticks im Plus. Händler sagten, viele Anleger sorgten weiter sich um die Staatsschulden Griechenlands. Die Regierung in Athen muss am Kapitalmarkt inzwischen sehr viel höhere Risikoprämien zahlen. So weitete sich der Renditeabstand griechischer zehnjähriger Papiere zur zehnjährigen Bundesanleihe um zehn Basispunkte auf 270 Basispunkte aus.

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