Devisen
Euro geht auf Talfahrt

Der Euro fiel am Dienstag auf den niedrigsten Wert seit fast zwölf Jahren. Neben den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank sorgen vor allem Aussagen von US-Notenbankern für einen weiteren Kursrutsch.
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FrankfurtDer Eurokurs hat am Dienstag seine Talfahrt fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit fast zwölf Jahren gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,0697 US-Dollar gehandelt. Der Euro notierte damit erstmals seit April 2003 unter der Marke von 1,07 Dollar. Am Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0738 (Montag: 1,0860) Dollar festgesetzt.

Neben dem am Montag begonnenen Anleihekaufprogramm der EZB rückt immer mehr die für diesen Sommer erwartete erste Leitzinsanhebung in den USA in den Blick der Märkte. Der Devisenmarkt scheine gerade immer mehr die erste Zinserhöhung „einzupreisen“, kommentierte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank.

Neben dem Euro standen auch fast alle anderen wichtigen Währungen zum Dollar unter Druck. „Immerhin ist die Fed eine der ganz wenigen Notenbanken in der Welt, die nicht am globalen Abwertungswettlauf teilnimmt“, so Karpowitz. Die Vorsitzende des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank, Janet Yellen, hatte sich bisher wenig besorgt gezeigt über den Höhenflug des Dollar.

„Fortschreiben sollte man den aktuellen Rückgang des Euro jedoch nicht“, so Karpowitz. Vor allem das Tempo könne nicht dauerhaft sein. Allerdings setzte sich an den Staatsanleihemärkten der Eurozone die Talfahrt der Zinsen dank des EZB-Kaufprogramms fort. Dies zumindest spricht für einen anhaltenden Druck auf den Eurokurs.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7128 (0,7186) britische Pfund, 130,29 (131,31) japanische Yen und 1,0703 (1,0691) Schweizer Franken fest.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Die EZB pump Geld ins System um den Euro zu drücken
    Alle Importe werden teurer
    ca. 80% der Konsum-/Verbrauchs-Güter werden teurer
    Es wird weniger gekauft - denn die Masse der Menschen kann das Geld nur einmal ausgeben
    In China sinkt das Wirtschaftswachstum
    Der Ölpreis fällt gerade um 3,5%
    Der DOW um 1,6%

    Athen wird Ende des Monats Zahlungsunfähig - Nein, wir wollen keinen Grexit - aber Geld gibt es erst wenn alle Auflagen erfüllt werden - Die Auflagen kann die aktuelle griechische Regierung nicht erfüllen

    Knockout

    Wir stehen kurz vorm Ende

  • "Man munkelt, dass die EZB auch Ölkontrakte kaufen wird."

    Der Ölpreis wird von ganz allein steigen... das passiert schneller, als es Draghi lieb ist.

  • "Für das Alter jetzt voll auf Aktien setzen ? Geht es denn noch wahnsinniger? "

    Für die Allgemeinheit geht dies genau in die richtige Richtung: Auf dem Markt mit seiner Existenz und Altersversorgung zu zocken, wenn man keine Ahnung hat, ist schlicht dumm. Wenn man es sich nicht zutraut, so ein Risiko zu übernehmen, dann ist es klug, die Finger davon zu lassen.

    Etwas anderes gilt natürlich für Leute, die es zwar könnten, aber zu faul dazu sind.

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