Devisen
Euro gewinnt an Stärke

Der Euro ist wieder über 1,30 Dollar geklettert. Offenbar zogen ausländische Investoren zuletzt so viel Kapital aus den USA ab wie nie zuvor. Da die Wirtschaftskrise vor allem der US-Volkswirtschaft zu schaffen macht, könnte sich der Trend in den kommenden Wochen fortsetzen.

HB FRANKFURT. Im Schlepptau der Aktienmärkte ist der Euro am Montag über 1,30 Dollar geklettert. Die steigende Risikoneigung der Anleger verlieh der Gemeinschaftswährung Experten zufolge Schub. "Technisch sieht es jetzt sehr gut aus für den Euro", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Sollten die 1,31 Dollar erklommen werden, gebe es weiteres Potenzial nach oben. Am Nachmittag notierte der Euro bei 1,3025 Dollar nach 1,2930 Dollar im späten US-Freitagsgeschäft.

Neue US-Konjunkturdaten demonstrierten erneut die schwache Verfassung der weltgrößten Volkswirtschaft. So fiel die US-Industrieproduktion im Februar stärker als erwartet. "Obwohl im Januar verlängerte Werksferien bei den angeschlagenen Autobauern bereits für einen Produktionseinbruch verantwortlich waren, hat es im Februar keine Erholung gegeben", kommentierte Wortberg. "Die Entwicklung der Produktion ist schwach und die Indikation für das BIP-Wachstum im ersten Quartal negativ."

"Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass die Industrie in der schwersten Rezession in der Nachkriegszeit steckt", schrieben die Analysten der WestLB in einem Marktkommentar. "Eine kurzfristige Stabilisierung ist wenig wahrscheinlich." Zudem zogen ausländische Investoren im Januar so viel Kapital aus den USA ab wie nie zuvor. Laut Commerzbank standen die Daten besonders im Fokus der Anleger, da jüngst Zweifel der chinesischen Regierung an der Kreditqualität von US-Staatsanleihen laut geworden waren. Signale für einen Rückgang chinesischer Käufe von US-Wertpapieren könnten den Dollar kurzfristig drücken.

Kaum Impulse lieferte das Treffen der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer am Wochenende. "Das G20-Treffen hat eher die Hilflosigkeit deutlich gemacht als überzeugende Wege aus der Krise aufgezeigt", kommentierten die Analysten der Commerzbank.

Die EZB legte den Euro-Referenzwert mit 1,3042 (Freitag:1,2905) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX/1) lag der Euro bei 1,3030 (1,2879) Dollar.

Der Bund-Future gab angesichts der Kursgewinne am Aktienmarkt 64 Ticks auf 123,36 Zähler nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,121 Prozent. "Marktstützende Hoffnungen, dass die Fed den Kauf von US-Treasuries ankündigt, werden zur Wochenmitte wohl eher enttäuscht", prognostizierte die Commerzbank. "Wir gehen davon aus, dass die Seitwärtsbewegung bei Bunds und US-Treasuries anhält." Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 2,96 (2,92) Prozent.

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