Devisen
Euro gibt deutlich nach, Rubel erholt sich

Der Eurokurs leidet unter Äußerungen von EZB-Direktor Benoit Coeuré und gibt deutlich nach. Für den Rubel geht es hingegen wieder aufwärts. Die Märkte blicken nun auf die US-Notenbank Fed.
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FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch vor wichtigen Entscheidungen der US-Notenbank Fed deutlich nachgegeben. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2395 US-Dollar und damit gut einen Cent weniger als auf ihrem Tageshoch. Dagegen konnte sich der russische Rubel von seinen schweren Verlusten der vergangenen Tage spürbar erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2448 (Dienstag: 1,2537) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8033 (0,7976) Euro.

Für den Rubel ging es aufwärts, nachdem er am Montag und Dienstag infolge panikartiger Verkäufe im Verhältnis zum Dollar um jeweils einen zweistelligen Prozentbetrag gefallen war. Am Mittwoch ging es trotz der allgemeinen Dollarstärke um zehn Prozent nach oben.

Auslöser war, dass das russische Finanzministerium nach eigenen Angaben damit begann, Währungsreserven von insgesamt etwa sieben Milliarden Dollar zu verkaufen. Ob die Erholung anhält, muss sich erst noch zeigen: Commerzbank-Analyst Simon Quijano-Evans nannte eine Summe von 5 bis 10 Milliarden Dollar, damit Eingriffe am Devisenmarkt überhaupt nachhaltig wirken.

Der Eurokurs wurde zum einen durch Äußerungen aus den Reihen der EZB belastet. Direktor Benoît Coeuré sagte der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“, dass die Zentralbank im Fall breiter Wertpapierkäufe (quantitative Lockerung) wohl vor allem Staatsanleihen kaufen werde. Das schließe aber den Erwerb anderer Wertpapieren nicht aus.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte Anfang Dezember gesagt, die Notenbank werde Anfang 2015 die Wirkung bisheriger Schritte gegen Niedriginflation und Wachstumsschwäche prüfen und gegebenenfalls nachlegen.

Der Dollar befand sich nicht nur zum Euro, sondern auch zu vielen anderen Währungen im Aufwind. Am Markt wurde auf Erwartungen verwiesen, die Fed könnte nach ihrer Zinssitzung am Abend konkretere Hinweise auf eine erste Zinserhöhung nach der Finanzkrise geben.

Noch sichert die Fed zu, die Leitzinsen eine „beträchtliche Zeit lang“ an der Nulllinie halten zu wollen. Allerdings stellen mittlerweile selbst Zentralbanker, die für eine lockere geldpolitische Haltung bekannt sind, eine Zinswende für Mitte 2015 in Aussicht. Die Straffung scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79320 (0,79650) britische Pfund, 145,89 (145,79) japanische Yen und 1,2010 (1,2009) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1195,75 (1202,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 410,00 (30 360,00) Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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