Devisen

Euro gibt Kursgewinne wieder ab

Wie am Vortag erwies sich die Erholung des Euro-Kurses am Mittwochvormittag als nicht nachhaltig. Der Dollar wertete erneut auf – zu Lasten der europäischen und japanischen Währung. Der Trend dürfte sich fortsetzen.
Update: 16.11.2016 - 12:08 Uhr Kommentieren
Der etwas schwächere Dollar lässt den Eurokurs am Mittwoch steigen. Quelle: Reuters
Eurokurs

Der etwas schwächere Dollar lässt den Eurokurs am Mittwoch steigen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/MainDer Dollar hat am Mittwoch Gewinne verzeichnet. Die US-Devise schwenkte wieder in einen Aufwärtstrend ein, der mit dem Wahlsieg von Donald Trump vor einer Woche eingesetzt hatte. Stützend wirkten Prognosen für stärkere Konjunkturdaten in den USA. Bereits am Vortag war der Einzelhandelsumsatz für Oktober stärker als erwartet ausgefallen.

Der Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung mit einem Korb aus zehn anderen wichtigen Währungen vergleicht, stieg um 0,3 Prozent. Zuletzt hatte der Index leicht verloren, weil spekuliert worden war, dass die Rally der vorherigen Handelstage von mehr als drei Prozent überzogen war.

Wie Donald Trump die Devisenmärkte aufmischt

EUR/USD SPOT

WKN
ISIN
EU0009652759
Börse
FX

-0,00 -0,08%
+1,23€
Chart von EUR/USD SPOT
1 von 10

Euro-Dollar

Blickt man auf den Wochenchart des Euro-Dollar-Kurses kann man genau sehen, wann den Finanzmärkten klar wurde, das Donald Trump die US-Wahlen gewinnen werde. Am 9. November machte der Kurs zunächst einen kurzen aber heftigen Sprung von 1,09 auf fast 1,13 Dollar. Doch noch am selben Tag kehrte der Euro auf 1,09 Dollar zurück. Der weitere Kursverlauf wird nun von der US-Notenbank Fed abhängen. Sollte sie, wie ursprünglich geplant, im Dezember die nächste Zinserhöhung vornehmen, könnte sich der Euro-Dollar-Kurs weiter Richtung Parität orientieren. Zwischenzeitlich fiel auch schon die 1,07-Dollar-Marke.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: minus 3,1 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/JPY SPOT

WKN
ISIN
XC0009659910
Börse
FX

+0,23 +0,21%
+110,75€
Chart von USD/JPY SPOT
2 von 10

Dollar-Yen

Besonders stark waren die Wechselkursbewegungen beim Yen. Vor der US-Wahl hatte unter Marktbeobachtern Konsens geherrscht, dass mit Donald Trump als Präsident die Fed ihre Zinserhöhung verschieben könnte. Diese Erwartung auf eine weiterhin expansive Geldpolitik hatte den Dollar daher zunächst deutlich geschwächt. Gegenüber dem Yen rutschte der Greenback von 105 auf 101 Yen ab. Doch recht schnell verbreitete sich nach Trumps Wahlsieg an den Märkten die Überzeugung, dass der Republikaner sich weniger schädigend auf die US-Konjunktur auswirken könnte, als im Vorfeld befürchtet. Der Dollar kehrte daraufhin auf sein „Vorwahl-Niveau“ zurück, da nun wieder erwartet wird, dass die Fed den Leitzins planmäßig im Dezember erhöhen und zwei weitere Anhebungen im kommenden Jahr folgen könnten, während die Bank of Japan an ihrem expansiven Kurs festhalten wird.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 5,0 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/MXN SPOT RATE

WKN
ISIN
Börse
FX

-0,04 -0,20%
+18,82
Chart von USD/MXN SPOT RATE
3 von 10

Dollar-Peso

Trumps Sieg hat beim mexikanischen Peso für einen heftigen Einschnitt gesorgt. Die Währung raste förmlich ins Bodenlose und fiel gegenüber dem Dollar auf ein historisches Tief. Für einen Dollar waren noch am Wahlabend 20,78 Pesos fällig – und damit erstmals überhaupt mehr als 20 Pesos. Zeitweise waren es sogar über 21 Pesos. Trump hatte im Wahlkampf immer wieder mit anti-mexikanischer Rhetorik Stimmung gemacht. Das Nachbarland der USA befürchtet mit Trump in der Regierung wirtschaftliche Einbußen.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 9,4 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/GBP

WKN
ISIN
XC0009652824
Börse
XRATE

+0,00 +0,07%
+0,73€
Chart von USD/GBP
4 von 10

Dollar-Britisches Pfund

Trump-Wahl und Brexit-Votum – die beiden Wahlen wurden zuletzt oft in einem Atemzug genannt. Beide Entscheidungen wurden im Vorfeld von den Meinungsforschungsinstituten nicht vorhergesehen. Unerwartet ist auch die Entwicklung der beiden Währung. Das Britische Pfund ist eine von wenigen Währungen, die nach Trumps Wahlsieg gegenüber dem Dollar an Wert zulegen konnten. Zumindest vorerst. Dann drehte der Kurs. Insgesamt zeigte sich das Pfund Sterling unter den großen Währungen am wenigsten vom Ausgang der US-Wahlen beeindruckt.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 0,3 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/RUB SPOT RATE

WKN
ISIN
Börse
FX

+0,02 +0,04%
+56,35
Chart von USD/RUB SPOT RATE
5 von 10

Dollar-Rubel

Auch wenn sich Donald Trump vor der Wahl als Putin-Freund ausgegeben hat. Ob sich deswegen die Beziehungen zu Russland verbessern werden, steht auf einem anderen Blatt. Hinsichtlich des Devisenkurses ist der Rubel jedenfalls mit Trump im Weißen Haus ins Hintertreffen geraten, was Putin alles andere als glücklich machen dürfte, da Russland stark von Importen abhängig ist.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 1,5 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/CNY

WKN
ISIN
XC000A0AENR9
Börse
FX

-0,00 -0,02%
+6,43€
Chart von USD/CNY
6 von 10

Dollar-Yuan

Die US-Wahl spiegelt sich im Dollar-Yuan-Kurs als kurzer, heftiger Knick wider. Danach jedoch konnte der Dollar auf die chinesische Landeswährung deutlich Boden gutmachen. Vom Tiefststand nach der Wahl bei 6,75 Yuan schoss der Kurs wieder um zehn Fen, wie die wenig bekannte Untereinheit des Renminbi heißt, in die Höhe.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 1,5 Prozent (Stand: 16. November 2016)

USD/AUD

WKN
ISIN
Börse
XRATE

-0,00 -0,03%
+1,25
Chart von USD/AUD
7 von 10

Dollar-Australischer Dollar

Beim Australischen Dollar dürfte weniger Donald Trumps politische Ausrichtung für die Wechselkursausschläge verantwortlich sein, sondern vielmehr die aus seiner Wahl folgenden Konsequenzen für die Geldpolitik der Federal Reserve. Im Vorfeld wurde spekuliert, dass ein Sieg des Republikaners den Zeitplan der Fed durcheinanderbringen könnte. Der Kurs des Australischen Dollar zum US-Dollar geriet daher in den Tagen nach der US-Wahl in heftige Schwankungen. Zuletzt jedoch kristallisierten sich Tendenzen eine Fortsetzung des Fed-Kurses heraus, wovon der US-Dollar profitieren konnte.

Entwicklung seit dem Wahltag am 8. November: plus 3,3 Prozent (Stand: 16. November 2016)

„Der mittelfristige Ausblick für den Dollar ist immer noch solide, und wir erwarten, dass er bis weit ins erste Quartal des kommenden Jahres steigen wird“, sagte Ned Rumpeltin, Europachef für Devisen bei der Toronto Dominion Bank in London. Im Vorfeld der Rede von Fed-Chefin Janet Yellen am Donnerstag und der Regierungsbildung in den USA könnten allerdings „kurzfristig einige am Markt eine vorsichtige Haltung einnehmen“.

Der Euro gab zum Dollar 0,1 Prozent auf 1,0712 Dollar nach. Der Yen wertete zum Greenback 0,3 Prozent auf 109,53 Yen ab, und zum Euro verlor die japanische Währung 0,2 Prozent auf 117,33 Yen. Der Franken verlor zum Dollar 0,2 Prozent auf 1,0039 Franken, gegenüber dem Euro gab die Schweizer Währung 0,1 Prozent auf 1,0752 Franken nach.

  • Bloomberg
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