Devisen

Euro gibt leicht nach

Nach anfänglichen Kursgewinnen gab der Euro gegenüber dem Dollar wieder leicht nach. Der Yen dagegen konnte seine Rally fortsetzen. Dennoch sehen Experten die Interventionen der Zentralbank als „wirkungslos“.
Update: 07.04.2016 - 16:44 Uhr
Der Yen steigt, der Euro fällt. Quelle: Reuters
Tafel in Tokio

Der Yen steigt, der Euro fällt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Eurokurs ist am Donnerstag auf der Stelle getreten. Mangels überraschender Konjunkturdaten bewegte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung auf dem Niveau des Vorabends. Zuletzt kostete ein Euro 1,1362 US-Dollar. Am Vormittag war der Kurs noch auf bis zu 1,1454 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,1364 (Mittwoch: 1,1336) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8800 (0,8821) Euro.

Wenig Impulse brachten Arbeitsmarktzahlen in den USA. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der vergangenen Woche um 9000 auf 267 000 und damit etwas stärker als von Beobachtern erwartet zurückgegangen. Kein eindeutiges Bild ergab das am Vortag veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank. Demnach sind die US-Geldpolitiker weiter uneins über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung. Damit gilt eine Anhebung der Leitzinsen im April weiter als unwahrscheinlich. Das schwächte nur vorübergehend den Dollarkurs.

Was Sie über den Devisenhandel wissen müssen
Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang
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Weltweiter Riese

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Währungen werden an diesem Foreign Exchange (FX) direkt oder indirekt zwischen den einzelnen Marktteilnehmern gehandelt.

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Wer handelt da?

Dominiert wird der Devisenmarkt von großen, institutionellen Investoren wie Banken, Hedge- oder Investmentfonds. Wichtig sind insbesondere die Zentralbanken, die über Devisenkäufen oder –verkäufe ihre Währungen zu stützen. Vor allem bei asiatischen Zentralbanken sind diese sogenannten Devisenmarktinterventionen üblich. Privatanleger können allerdings auch am Währungsmarkt aktiv werden, wie etwa die Causa Uli Hoeneß gezeigt hat.

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Wie Privatanleger in den Handel einsteigen

Für den direkten Handel am Devisenmarkt wird ein Depot bei einem entsprechenden Broker benötigt. Immer mehr Online-Broker bieten solche Depots an, Anleger müssen genau hinschauen, um seriöse Angebote herauszufiltern. Verbreiteter ist der indirekte Handel über Derivate. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten.

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Mit welchen Derivaten gehandelt werden kann

Wer die einzelnen Währungspaare nicht direkt kaufen oder verkaufen will, muss auf Derivate ausweichen. Das geht beispielsweise mit Hilfe von Devisenoptionen, also strukturierten Produkten. Mit ihnen erwirbt der Anleger das Recht, eine bestimmte Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Wert zu kaufen oder zu verkaufen. Er ist allerdings nicht dazu gezwungen. Eine Kaufoption wird als Call bezeichnet, bei einer Verkaufsoption handelt es sich um einen Put. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Wetten auf eine bestimmte Kursentwicklung.

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Was sind Margins?

Eine Margin fordern Banken von ihren Kunden, wenn diese Devisen handeln wollen. Es handelt sich dabei also um Geld, welches zur Absicherung der Geschäfte bei der Bank hinterlegt werden muss. Privatkunden müssen mit Margins von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent rechnen. Wer also mit 100.000 Euro Währungen handeln will, muss bei einem Satz von einem Prozent 1000 Euro bei der Depotbank hinterlegen.

Mehrheit fuer Neuregelung der Maklergebuehren in Sicht
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Welche Risiken bestehen?

Wie der Fall Hoeneß gezeigt hat, lassen sich mit Währungsgeschäften zwar sehr schnell viele Millionen erwirtschaften, die Gewinne können sich aber auch genauso schnell wieder in Luft auflösen. Denn oft reichen kleine Kursbewegungen aus, um das Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten im eigenen Depot zu kippen. Und gerade der Devisenmarkt ist ständig in Bewegung.

Länderfinanzausgleich
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Warum ist der Markt so volatil?

Die starken Schwankungen am Devisenmarkt resultieren aus den zahlreichen Einflussfaktoren, die darauf einwirken. Nicht nur die Zinsen und geldpolitische Entscheidungen können den Wechselkurs beeinflussen, auch politische Ereignisse wie Kriege, die Inflationsrate oder Naturkatastrophen können Währungskurse bewegen.

Derweil setzte der japanische Yen seinen Höhenflug im Vergleich zu anderen Währungen fort. Am Nachmittag kostete ein US-Dollar 108,05 Yen. So wenig musste für einen Dollar zuletzt im Oktober 2014 gezahlt werden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80728 (0,80808) britische Pfund, 123,15 (125,13) japanische Yen und 1,0884 (1,0887) Schweizer Franken fest. Ein Kilogramm Gold kostete 34 330,00 (34 100,00) Euro. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1242,10 (1221,40) Dollar gefixt.

  • dpa
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