Devisen
Euro hält Marke von 1,50 US-Dollar

Der Dollar verliert weiter an Wert. Experten rechnen damit, dass sich der Verfall in den nächsten Wochen fortsetzt. Alles hängt an der Geldpolitik der US-Notenbank. Sollten die Währungshüter weiter billige Dollars in Umlauf bringen, ist der Absturz der Leitwährung kaum aufzuhalten.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Mittwoch die Marke von 1,50 Dollar geknackt und sich auch im Handelsverlauf auf diesem Niveau gehalten. In der Spitze legte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,5045 Dollar zu. Eine freundliche Eröffnung der US-Börsen trieb den Euro nach mehreren Anläufen schließlich auf den höchsten Stand seit August 2008. Im Juli 2008 hatte der Euro mit 1,6038 Dollar einen Rekordstand erreicht. Zuletzt kostete der Euro noch 1,5040 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4921 (Dienstag: 1,4971) Dollar festgesetzt. Der Dollar war 0,6702 (0,6680) Euro wert.

"Der Dollar wird durch ein ganzes Bündel an Themen latent unter Druck gehalten", sagte Devisenexperte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Neben der extrem expansiven Geldpolitik der US-Notenbank sei es die hohe Staatsverschuldung sowie die Diskussionen über die Rolle des Dollar als Weltreservewährung. Darüber hinaus bestehe weiterhin ein Gleichlauf mit den Aktienmärkten. Mit dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 Dollar ist aus Sicht von Umlauf nun der Weg für weitere Gewinne des Euro frei. In einem ersten Schub könnte der Euro noch um weitere drei US-Cent steigen. Dreh- und Angelpunkt bleibe die US-Geldpolitik. Derzeit rechne der Markt erst im ersten Halbjahr 2010 mit einer ersten Rücknahme der extrem expansiven Geldpolitik. "Da bleibt noch viel Luft."

Ein wichtiger Grund für die seit Monaten schwächelnde US-Währung sind die rekordniedrigen Leitzinsen in den USA und eine steigende Risikobereitschaft der Anleger. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die US-Notenbank den Leitzins von 5,25 Prozent im Herbst 2007 auf aktuell fast null Prozent reduziert. Investoren und Spekulanten nehmen dieses Nullzinsniveau zum Anlass, günstige Kredite in den USA aufzunehmen und die entsprechenden Mittel in anderen Ländern anzulegen. Dies stützt die jeweiligen Anlage-Währungen und schwächt den Dollar. Darüber hinaus wird der Dollar auch als weltweite Reservewährung von der sich verstärkenden Erholung der Weltwirtschaft belastet.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,9001 (0,9117) britische Pfund , 135,82 (135,53) japanische Yen und 1,5112 (1,5121) Schweizer Franken festgelegt. Am Nachmittag wurde die Feinunze Gold in London mit 1 053,75 (1 061,75) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 22 825 (22 925) Euro.

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