Devisen
Euro klettert wieder über 1,28 Dollar

dpa-afx NEW YORK. Der Euro hat am Donnerstagabend von Spekulationen über eine Abkehr der amerikanischen Regierung von der Politik eines starken Dollar profitiert und gegenüber der US-Währung deutlich zulegen können. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im späten New Yorker Handel bei 1,2 824 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2 770 (Mittwoch: 1,2 882) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 831 (0,7 763) Euro.

"Äußerungen von US-Finanzminister John Snow wurden von den Marktteilnehmern so interpretiert, dass ein schwächerer Dollar durchaus im Interesse der USA liegen könnte", sagte Devisenexpertin Alexandra Bechtel von der Commerzbank. "Das hat dem Euro geholfen." Snow forderte andere Staaten zu größeren Anstrengungen beim Kampf gegen die weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichte auf. Namentlich nannte er China, das seine Währung Yuan stärker flexibilisieren müsse. Die USA verlangen angesichts des enormen Handelsdefizits mit China seit langem eine deutliche Aufwertung des Yuan.

Der Markt sei sich bewusst, dass es keine nachhaltige Erholung des Dollar gegeben habe, bewertete Währungsexperte David Gilmore von Foreign Exchange Analytics die Entwicklung. Michael Woolfolk von der Bank of New York sagte, die Marktteilnehmer würden weiterhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank Fed im Juni überdenken.

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