Devisen: Euro legt nach Konjunkturdaten zu

Devisen
Euro legt nach Konjunkturdaten zu

Die Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für die Eurozone beschert der Gemeinschaftswährung ein leichtes Plus. Am Rentenmarkt macht sich die Furcht vor einer Rezession in Frankreich bemerkbar.
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FrankfurtNach der Veröffentlichung des kombinierten Einkaufsmanagerindex für die Eurozone hat die Gemeinschaftswährung 0,2 Prozent an Wert gewonnen und notiert zuletzt bei 1,3350 US-Dollar.

Der Yen gab hingegen deutlich nach und verliert nach vier Tagen mit Kursgewinnen 1,7 Prozent auf den Euro (Kurs: 120,05 Yen je Euro). Gegenüber dem Dollar fiel der Yen um 1,4 Prozent auf 89,85 Yen je Dollar. Anzeichen für eine stärkere Industrieproduktion in China dämpften die Nachfrage nach der japanischen Währung. Hinzu kamen neue Ankündigungen aus Nordkorea, Atomwaffen zu testen.

„Die Yen-Verkäufe haben sich nach den Daten aus China beschleunigt“, sagte Yuji Saito, Leiter der Devisenabteilung bei Credit Agricole SA in Tokio. „Die Yen-Schwäche hat sich vergrößert, weil der Markt wegen der geopolitischen Risiken in Nordkorea asiatische Vermögenswerte verkauft“, sagte er.

Nach vier Tagen mit Kursgewinnen in Folge war der Franken am Donnerstag mit 1,2425 Franken je Euro 0,4 Prozent leichter. Gegenüber dem Greenback gab die Schweizer Währung 0,1 Prozent auf 93,04 Rappen je Dollar nach.

Am Rentenmarkt macht sich die Furcht vor einer Rezession in Frankreich bemerkbar: Der Bund-Future ist auf ein Drei-Wochen-Hoch geklettert. Der gern als sicherer Hafen gefragte Terminkontrakt stieg um bis zu 48 Ticks auf 144,07 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen ging auf 1,442 Prozent zurück nach 1,477 Prozent im Schlussgeschäft vom Mittwoch.

Mit zunehmender Sorgen betrachten Anleger die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs. Das Markit-Barometer für die Privatwirtschaft sackte im Januar mit 42,7 Punkten auf den tiefsten Stand seit März 2009 und entfernt sich immer weiter von der Wachstumsschwelle. Markit befürchtet, dass Frankreich in die Rezession rutschen könnte.

Ebenfalls für Unruhe sorgten enttäuschende Arbeitsmarktzahlen aus Spanien. Fast sechs Millionen Menschen sind in dem von Rezession und Schuldenkrise gebeutelten südeuropäischen Land nunmehr ohne Job.

„Die Daten zeigen einmal mehr, dass das jetzt von vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft herbeigeredete Ende der Euro-Krise etwas verfrüht war. Die wirtschaftlichen Daten müssen sich verbessern und dafür reicht zurückgekehrtes Vertrauen an den Finanzmärkten allein nicht aus,“ schreibt Jens Klatt von Handelshaus FXCM.

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  • "Die Daten zeigen einmal mehr, daß das jetzt von vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft herbeigeredete Ende der Euro-Krise etwas verfrüht war."

    Die "Herbeiredner" vom Ende der Krise haben sich wohl von Draghis wunderbarer Geldvermehrung beeindrucken lassen. Ich wette, Draghi stand schon als Kandidat für den nächsten Friedensnobelpreis auf der Liste, als großer Euroretter wollte er in die Geschichte eingehen. Und jetzt erste leise Stimmen von Skepsis. Man hat den Euro gesundbeten wollen und die Mittel angewandt, die zuvor ins Verderben führten: billiges Geld für die
    Schuldenstaaten. In der Homöopathie gilt der Satz: Gleiches mit Gleichem heilen, in der Wirtschaft gelten andere Gesetzmäßigkeiten, die sich auf Dauer eben nicht aushebeln lassen, auch nicht mit der größten Schlitzohrigkeit.

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