Devisen
Euro macht trotz Griechen-Votum keine großen Sprünge

Die erste Hürde für weitere Hilfen an Griechenland ist genommen, doch am Devisenmarkt blieb das große Durchatmen aus. Der Euro pendelte sich bei 1,44 Dollar ein.
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DevisenDer Euro pendelte am Mittwoch nach dem Vertrauensvotum des griechischen Parlamentes für Ministerpräsident Giorgos Papandreou um seinem Vortagesschluss von 1,44 Dollar. Analysten zufolge dürfte das positive Ergebnis die Anleger kaum überrascht haben. Sie hätten bereits darauf gesetzt, dass das Parlament der Regierung das Vertrauen ausspreche. „Ein Regierungswechsel zu diesem Zeitpunkt hätte das Risiko impliziert, dass Griechenland das Erreichen der von EU und IWF auferlegten Spar- und Reformziele aufgibt - und damit die Unterstützung der Hilfsgeber verliert“, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar.

Für einen Dämpfer sorgte ebenfalls, dass die Rettung Griechenlands auch nach dem Votum noch lange nicht in trockenen Tüchern ist. In der nächsten Woche muss das rigorose Sparprogramm - von dem die Euro-Finanzminister die Auszahlung der nächsten Hilfskredite abhängig machen - im Parlament gebilligt werden. Selbst wenn man davon ausgehen könne, dass dies gelinge, dürften Griechenland weitere Zerreißproben bevorstehen, urteilten die Analysten der Metzler Bank. Es bleibe spannend wie breite Teile der Bevölkerung, die den Pakt ablehnten, reagieren.

Wie groß die Verunsicherung über den Ausgang der europäischen Schuldenkrise ist, zeigen auch die Reaktionen am Rentenmarkt. Die Anleger steuerten vor allem die als sicher geltenden deutschen Papiere an. Der Bund-Future stieg um bis zu 45 Ticks auf ein Tageshoch von 126,34 Zählern. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Papiere fiel auf 2,948 nach 2,985 Prozent im Vortagesgeschäft zurück. Die griechischen Pendants zogen leicht an und warfen weiterhin über 17 Prozent ab. Die Kosten für die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets griechischer Staatsanleihen lagen nach Angaben des Datenanbieters Markit bei 1,9 Millionen Euro und kosteten damit 67.000 Euro mehr als noch am Vortag.

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