Devisen
Euro markiert neues Jahrestief

Der Euro ist am Dienstag weiter gefallen. Nach heftigen Verlusten am Vortag, als die US-Währung den Euro um mehr als zwei Cents drückte, fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,4049 Dollar - den tiefsten Stand seit Anfang Oktober. Experten zufolge ist das noch nicht das Ende.

HB FRANKFURT. Am Markt seien Positionen umgeschichtet worden und die Händler gingen von einem steigenden Dollar aus, sagte Währungsstratege Kamal Sharma von JP Morgan Chase. "Diese Einstellung dürfte sich in den kommenden Wochen nicht ändern." "Die Stimmung hat sich gegen den Euro gedreht", sagte auch Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Aus charttechnischer Sicht rücke nun die Marke um 1,40 Dollar in den Blick.

Ausschlaggebend für den Sinneswandel der Marktteilnehmer ist Analysten zufolge die Einschätzung, dass die Schwäche der US-Wirtschaft auch andere Länder belasten werde. Doch spätestens im Herbst werde sich das Blatt für den Euro wieder wenden, prognostizierte Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter. "Dann wird sichtbar werden, dass die USA wirtschaftlich noch nicht aus der Bredouille sind und auch der Finanzsektor noch in Schwierigkeiten steckt", sagte Walter in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Abschwung wird bis Sommer nächsten Jahres anhalten", sagte der Ökonom. Daher werde spätestens im vierten Quartal eine "Korrektur der Korrektur" am Devisenmarkt stattfinden.

Den Referenzwert legte die Europäische Zentralbank (EZB) mit 1,4144 (1,4214) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) lag der Euro bei 1,4176 (1,4221) Dollar.

Am Rentenmarkt wechselten die Notierungen mehrfach von der Gewinn- in die Verlustzone. "Der Markt ist sehr volatil, jede Bewegung zu erklären ist schwer", sagte Wortberg. Momentan orientiere sich der Rentenmarkt sehr stark an der Entwicklung anderer Märkte. So dürfte unter anderem das Schmelzen der Kursgewinne am Aktienmarkt die Kurse der festverzinslichen Titel gestützt haben. Der Dax, der in der Spitze um ein Prozent zugelegt hatte, gab bis zum Nachmittag seine gesamten Aufschläge wieder ab. Der Bund-Future lag zur gleichen Zeit sechs Ticks tiefer bei 114,66 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,084 Prozent. Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen sank auf 4,14 (4,18) Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg dagegen um 0,3 Prozent auf 116,9533 Punkte.

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