Devisen
Euro mit Schwächeanfall nach US-Zinserhöhung

Der Euro ist im Nachklapp der ersten Zinserhöhung seit fast zehn Jahren in den USA auf Achterbahnfahrt gegangen. Zunächst legte die europäische Währung zu – doch dann ging es abwärts.

New York/DüsseldorfDie Märkte haben am späten Mittwochabend ein wenig Zeit zur Interpretation der ersten US-Zinserhöhung seit dem Jahr 2006 benötigt. Erst nach einiger Zeit kristallisierte sich der Dollar als Gewinner der Entscheidung und der Euro als Verlierer.

Hatte die europäische Gemeinschaftswährung zunächst um etwa einen Cent auf 1,1006 Dollar zugelegt, wendete sich die Kursentwicklung dann in die umgekehrte Richtung. Am Donnerstagmorgen steht der Euro bei etwa 1,0870 Dollar – und damit etwa einen halbes Prozent leichter als vor der historischen Verkündung durch US-Notenbankchefin Janet Yellen. Im asiatischen Handel war der Euro sogar auf 1,0830 Dollar gesackt.

Hauptgrund für die Dollar-Stärke ist der Kurs, den die US-Notenbank Federal Reserve für weitere Zinserhöhungen im kommenden Jahr angedeutet hat. Während an den Finanzmärkten für kommendes Jahr nur zwei zusätzliche Zinsanhebungen erwartet werden, geht der geldpolitische Ausschuss der Fed weiter von vier Anhebungen aus. Damit haben sich Erwartungen im Vorfeld, die Notenbank könnte extrem vorsichtige Signale aussenden, nicht bewahrheitet.

Die Entscheidung des Offenmarktausschusses habe die Markterwartungen getroffen, kommentierte John Normand, Chef der Währungs-, Rohstoff- und Zinsanalyse bei der US-Großbank JP Morgan. Daher stehe die Bank zur Prognose, dass der Dollar bis ins zweite Quartal 2016 hinein sich stark entwickeln dürfte.

Auch die Investmentbank Goldman Sachs hält den Dollar für „einen Kauf“. Bis Ende 2017 prognostizieren die Experten des Instituts einen Anstieg der US-währung um etwa 14 Prozent gegenüber einem Korb aus den bedeutendsten Währungen.

US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen habe „die bestvorbereitete Zinserhöhung der Geschichte vollzogen“, schrieb Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. „Mit der Aussicht auf eine positive US-Wirtschaft und mögliche, aber längst nicht sichere Zinsschritte 2016 können die Investoren gut leben.“

Die Börsen profitieren seit Jahren stark vom billigen Geld der Notenbanken. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwochabend erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins von der Nulllinie wegbewegt. Er steigt um 0,25 Prozentpunkte und liegt künftig innerhalb einer Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Volkswirte und die Finanzmärkte hatten die Anhebung erwartet.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
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