Devisen + Rohstoffe
Devisen: Euro nähert sich bis auf einen Cent seinem Allzeithoch

Der Euro hat sich am Montag bis auf einen Cent seinem Rekordhoch genähert. Die hohen Ölpreise, die Unsicherheit über den Wahlausgang in den USA und der überraschende Anstieg des ifo-Geschäftsklimas haben den Eurokurs erstmals seit acht Monaten über die Marke von 1,28 Dollar steigen lassen.

dpa-afx FRANKFURT. Der Euro hat sich am Montag bis auf einen Cent seinem Rekordhoch genähert. Die hohen Ölpreise, die Unsicherheit über den Wahlausgang in den USA und der überraschende Anstieg des ifo-Geschäftsklimas haben den Eurokurs erstmals seit acht Monaten über die Marke von 1,28 Dollar steigen lassen. Die Gemeinschaftswährung kostete in der Spitze 1,2 830 Dollar. Sein Rekordhoch hatte der Euro am 18. Februar bei 1,2 930 Dollar erreicht.

Volkswirte halten einen baldigen Anstieg des Euro über die Marke von 1,30 Euro für möglich. "Der Trend für einen schwächeren Dollar hat sich fest etabliert", sagte Chefvolkswirt Julian Hessop von Capital Economics. Er gehe davon aus, dass der Euro 2005 bis an die Marke von 1,40 Dollar klettern werde.

Der künftige Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, sieht in einer weiteren Aufwertung des Euro ein "ernsthaftes Problem" für die europäische Konjunktur. Die bevorstehenden Wahlen in den USA brächten weitere Unsicherheiten in den Devisenmarkt, sagte ein Sprecher Junckers, der ab Januar die Länder der Eurozone in der neuen Rolle als Vorsitzender nach außen vertreten wird.

Unsicherheit Belastet Dollar

Ökonomen machen neben dem unsicheren Wahlausgang in den USA auch die steigenden Ölpreise für die Dollar-Abwertung verantwortlich. Die ungebrochene Rekordjagd der Ölpreise, die am Montag neue Höchststände erreichten, schürt nach Einschätzung von Experten die Sorge vor einer spürbaren Wachstumsabschwächung der US-Wirtschaft und belastet damit den Dollar. Gleichzeitig wurde der Euro vom ifo-Geschäftsklima gestützt. Der Index für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist im Oktober trotz hoher Ölpreise überraschend gestiegen.

Auslöser der neuen Euro-Rally waren in den vergangenen Tagen eine Reihe negativer US-Konjunkturdaten: Während das Außenhandelsdefizit nahe seines Rekordhochs verharrte, ging gleichzeitig der Zufluss ausländischen Kapitals auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2003 zurück. Die USA benötigen jedoch einen hohen Zufluss von ausländischen Investitionen, da sie weitaus mehr konsumieren als produzieren und diese Lücke mit fremden Geld schließen müssen.

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