Devisen
Euro notiert wieder über 1,20 Dollar

Spekulationen über ein baldiges Ende der Phase steigender Zinsen in den USA haben am Mittwoch Gewinnmitnahmen beim Dollar ausgelöst und damit den Euro gestärkt. Ein Rekorddefizit im US-Außenhandel sorgte für zusätzlichen Druck auf den Dollar.

HB FRANKFURT. Der Euro stieg erstmals wieder seit Anfang November über die Marke von 1,20 Dollar und legte bis zum Nachmittag um mehr als einen Cent auf 1,2061 Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) zurrte den Referenzkurs des Euro mit 1,2020 (Dienstag 1,1925) Dollar fest. Devisenstratege Christoph Müller von der DZ Bank begründete die Kursverluste des Dollar unter anderem mit der leicht geänderten Wortwahl der US-Notenbank (Fed) im begleitenden Kommentar zur jüngsten Zinsanhebung um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent: „Die US-Notenbank bereitet die Märkte auf ein bevorstehendes Ende des Zinsanhebungszyklus vor“, sagte er.

Nach Einschätzung des Devisenexperten Ralf Umlauf von Helaba Trust hat sich der Devisenmarkt in den vergangenen Tagen bereits auf ein Ende der Phase steigender Zinsen in den USA eingestellt. Der Euro hat seit Wochenbeginn mehr als zwei Cent zum Dollar zugelegt. „Ein langfristiger Dollar-stützender Faktor läuft nun aus,“ sagte Umlauf. „Kurzfristig dürften sich die Belastungen für den Dollar aber in Grenzen halten, da der Zinsabstand zum Euro nach wie vor Bestand haben wird.“

Weitere Dollar-Verkäufe löste am Nachmittag eine überraschende Erhöhung des Fehlbetrag im US-Außenhandel auf 68,9 Milliarden Dollar aus. „Das Rekorddefizit in den USA hat den Dollar weiter belastet“, sagte ein Händler. Zur Finanzierung ihres Defizits sind die USA auf massive Kapitalströme aus dem Ausland angewiesen. Bleiben diese aus, droht eine Abwertung des Dollar.

Dollar gibt auch zu Yen und Franken nach

Zur japanischen Währung hat der Dollar zur Wochenmitte massive Kursverluste verbucht. Mit 117,32 Yen fiel die US-Währung auf den tiefsten Stand seit Mitte November. Am Dienstag musste für ein Dollar noch knapp 120 Yen bezahlt werden. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen beim Dollar, nachdem sich in den USA ein Ende der Zinsanhebungen andeute. Zum Schweizer Franken fiel der Dollar auf 1,2819 Franken, nach 1,2938 Franken am Vortag.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX stieg der Euro auf 1,2020 (1,1915) Dollar.

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