Devisen
Euro reagiert nur kurzzeitig auf Trichet-Äußerungen

Andeutungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem möglichen Zinsschritt im August haben am Devisenmarkt nur kurz für Bewegung gesorgt.

HB FRANKFURT. Der Euro kletterte am Donnerstag im Nachmittagsgeschäft kurzzeitig bis auf 1,2783 Dollar, fiel dann aber wieder auf 1,2740 Dollar zurück. Die EZB legte den Referenzkurs der Gemeinschaftswährung am frühen Nachmittag mit 1,2735 (Vortag: 1,2794) Dollar fest. „Trichet hat zur Wachsamkeit gemahnt. Eine weitere Zinserhöhung im August ist im Bereich des Möglichen“, erklärte Devisenstratege Joachim Kneissl von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) den Anstieg des Euro.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte im Anschluss an die Entscheidung, den Leitzins in der Euro-Zone zunächst unverändert bei 2,75 Prozent zu belassen, von einer großen „Wachsamkeit“ angesichts der Risiken für die Preisstabilität gesprochen. Als Zeichen für eine Zinserhöhung im kommenden Monat werteten Börsianer auch das Vorhaben, dass der EZB-Rat bei seiner nächsten Sitzung Anfang August anders als geplant persönlich zusammentreffen wird.

„Wir hatten damit gerechnet, das die Zinserhöhung Ende August kommt. Jetzt hat Trichet ja quasi mit dem Betonpfeiler gewunken, dass es am 3. August sein wird“, sagte LBBW-Volkswirt Bac Van Luu. Auch sein Kollege Michael Schubert von der Commerzbank bezeichnete die Wahrscheinlichkeit als sehr groß, dass die Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen erhöhen wird. „Wenn sie nun schon die Zeitabstände verringern, dann werden sie sicher nur um 25 Basispunkte erhöhen“, sagt er. Bislang hat die EZB den Leitzins seit Dezember vergangenen Jahres drei Mal um jeweils 25 Basispunkte angehoben.

Der Dollar wurde Händlern zufolge von Spekulationen zum US-Arbeitsmarkt etwas gestützt. Die Arbeitsmarkt-Statistik des privaten Anbieters ADP wurde an den Märkten als Signal für einen unerwartet hohen Stellenzuwachs in den USA interpretiert.

Von Reuters befragte Analysten erhöhten nach Veröffentlichung dieser Statistik ihre Prognosen und sagen nun für Juni im Schnitt 185.000 (bisherige Prognose: 155.000) neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft voraus. Das US-Arbeitsministerium wird die offiziellen Zahlen am Freitag veröffentlichen. Sollte diese Datenreihe eine weiter robuste Konjunktur signalisieren, könnte die US-Notenbank doch noch länger an der Zinsschraube drehen, vermuten Analysten. Seit Juni 2004 hat die Fed die Zinsen auf 5,25 Prozent von seinerzeit 1,0 Prozent angehoben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%